Jülich: Overbacher Kammerchor meistert anspruchsvolle Aufgabe

Jülich : Overbacher Kammerchor meistert anspruchsvolle Aufgabe

Bereits zum vierten Mal gestaltete der Overbacher Kammerchor die „Matinee zur Marktzeit“ in der Propsteikirche, die wie immer in der beliebten Veranstaltungsreihe voll besetzt war.

Das namhafte semiprofessionelle Gesangsensemble, das sich die Pflege der umfangreichen a-capella-Literatur aus den verschiedenen Stilepochen zur Aufgabe gemacht hat, brachte unter dem Motto „Rom und die Renaissance“ die „Missa Brevis“ aus der Feder des renaissancezeitlichen Komponisten Giovanni Pierluigi da Palestrina zu Gehör.

Erweitert wurde die Messe um die jeweils vierstimmig interpretierten marianischen Antiphonen „Ave Maria“ und „Salve Regina“. Wie Chorleiter Kerry Jago einführend erläuterte, hieß der italienische Meister schlicht Giovanni Pierluigi, die Herkunftsbezeichnung „da Palestrina“ aus dem näheren Umkreis von Rom entwickelte sich schon zu Lebzeiten zu seinem Künstlernamen. „Palestrinas Musik wird öfter studiert als aufgeführt, ein Zeugnis des enormen Wertes seines Schaffens. Sie ist als Musterbeispiel für positive Kirchenmusik anerkannt“, setzte Jago nach. Er wechselte sich sowohl am Taktstock als auch als Sänger im Ensemble mit Annette Grooß ab.

Um die „Ausgeglichenheit in der musikalischen Linie“ des Komponisten hervorzuheben, ließ er zuvor die Bässe einige Takte des „Kyrie“ anstimmen. Charakteristisch in allen Stücken des Repertoires war der melodische Schwung, der sich schrittweise in die entgegengesetzte Richtung bewegte. „Die größte Kraft der Messe ist die Entspannung“, lud Jago zu einer solchen ein. So lauschten die zahlreichen Zuhörer andächtig dem erstklassigen Vortrag des preisgekrönten Ensembles der „Missa brevis“ im künstlerisch anspruchsvollen Palestrina-Stil.

Sie hat sich im Übrigen als beliebteste Messe in der kirchenmusikalischen Praxis erwiesen. Sie beginnt mit dem fließenden Kyrie, das Ähnlichkeiten mit der Gregorianik aufweist. Klar und rein erklangen die Stimmen sowohl im gemischten Chorverbund als auch als Männerchor im „Ave Maria“ und als Frauenensemble im „Salve Regina“.

(ptj)
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