Organist Stefan Palm begeistert in der Evangelischen Kirche Linnich

Traditionelles Adventskonzert : Organist Stefan Palm begeistert in Linnich

Das traditionelle Orgelkonzert zum Beginn der Adventszeit in der Evangelischen Kirche Linnich endete mit tosendem Applaus für einen Virtuosen und sein „singendes“ Instrument.

Mit der 6. Sonate d-Moll von Felix Mendelssohn Bartholdy begann das traditionelle Orgelkonzert am 1. Adventssonntag in der Evangelischen Kirche Linnich. Im vollbesetzten Kirchenschiff lauschten die Menschen einem musikalischen Programm, das vom Orgelvirtuosen Stefan Palm nicht durchgehend weihnachtlich, doch sehr besinnlich konzipiert war.

Die sechs Sonaten op. 65 von Mendelssohn Bartholdy sind die Krönung von Mendelssohns Arbeiten für die Orgel. Wie die Orgelwerke von Johann Sebastian Bach gehören sie zum Kernrepertoire der Orgelmusik. Die Variationen über den Choral „Vater unser im Himmel“ erklangen in Palms Interpretation zunächst hoheitsvoll und majestätisch. Melodisch und singend folgten die meisterlich ausgespielten einzelnen Töne, um in silbrigen Tonkaskaden und voluminösen Akkorden in einem atemberaubenden Finale zu enden. Nach diesem würdigen Auftakt aus der Romantik führten „Präludium“ und Fuge d-Moll von Johann Sebastian Bach in die große musikalische Ära des Barocks. An dem tristen, verregneten Nachmittag erzeugten die leicht vor sich hin plätschernden Klänge des „Präludiums“ eine melancholische, fast tröstende Stimmung.

Meisterhafte Einfühlsamkeit

Mit einer meisterhaften Einfühlsamkeit wurden die hohen Töne der Fuge erzählerisch und mit freudiger Geschäftigkeit der Orgeltasten zu Gehör gebracht. Die folgenden sechs „Pastorellen für die Weihnachtszeit“ von Valentin Rathgeber zauberten die fröhliche Atmosphäre einer Adventszeit herbei. Mit seiner berührenden, aber heiteren Interpretation wies Stefan Palm musikalisch auf die vorweihnachtliche freudige Erwartungszeit hin. Die Fuge C-Dur von Johann Sebastian Bach erklang in Palms Bearbeitung für die Orgel mit perlenden Flötentönen, die leicht, aber strebsam die volle Harmonie mit den Akkorden suchten. In zwei musikalischen Sätzen, „Passacaglia“ und Fuge c-Moll nach Johann Sebastian Bach, erfüllten die Töne wie ein Orchester den ganzen Kirchenraum. In einem schnellen, dann wieder langsamen Tempo erklangen die mit Orgelpfeifen erzeugten Melodien mal wie von Trompeten und Posaunen erzeugt, mal mit kristallklarer Stimme eines Xylophons.

Mit immer wiederkehrenden Motiven in einem musikalischen Tanz miteinander vereint endeten die durchdringenden Töne in einem vollklingenden Finale. Wie alle Jahre wieder begeisterte Stefan Palm das Publikum mit dem „Singen“ der Orgel und wurde dafür mit großem Applaus gewürdigt.

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