"Noiseless"-Konzert im Kuba mit Enrico Palazzo

„Noiseless“-Konzert im Kuba : „Gemischte Tüte“ der anderen Art

Viel Spaß mit einer „gemischten Tüte aus 60 Jahren Musikgeschichte“ hatte ein kleines, aber kräftig mitfeierndes Publikum im Kuba im Rahmen einer weiteren, von Virginia Lisken veranstalteten „Noiseless“-Auflage. Die Konzertreihe wird im laufenden Jahr zugunsten der „Kleinen Hände“ veranstaltet.

Eingeladen hatte Lisken den bühnenerprobten Sänger und Gitarristen Enrico Palazzo, der in Begleitung des routinierten Gitarristen, Mandolinenspielers und Backgroundsängers Uwe Pattberg mächtig Stimmung in die Kuba-Kneipe brachte. Palazzo, der vor etwa 20 Jahren vom Lokalsender Radio Neandertal mit dem „Music Award“ ausgezeichnet wurde, macht seit 25 Jahren Musik und hat in der Zeit fünf Solo-CDs und drei CDs mit Begleitbands in wechselnder Besetzung herausgebracht.

Lisken konzertierte ihrerseits bereits in Enrico Palazzos „Hühnerstall“ in Düsseldorf, jetzt machte er den „Gegenbesuch“. Mit merklich viel Spielfreude brachte das Akustik-Duo aus einem Fundus von etwa 120 Songs – die Auswahl wird jeweils auf das Publikum zugeschnitten – unter anderem Rockklassiker von den Stones, Creedence Clearwater Revival, Pink Floyd, Jonny Cash, Rod Stewart und den Guns N’ Roses, aber auch Gordon Lightfoot und Marius Müller-Westernhagen. Zum Repertoire zählten auch eigene Songs wie „Lebe deinen Traum“, der fetzige Song „Kranke Liebe“ und „Hawa II“.

Palazzo sorgte mit seinen Akkorden auf seiner zwölfsaitigen „Gretsch“-Gitarre für den vollen Sound, Pattberg untermalte diesen mit Feinarbeiten und setzte „Farbakzente“. Ein Muss bei jedem Konzert sind für Palazzo die Songs „Sweet Dreams“ von Eurythmics und „Whiskey in the jar“ von Thin Lizzy. „Creedence geht immer“, weiß der „Weltstar“, wie Lisken ihn bei ihrer Anmoderation bezeichnete. Ein Highlight aus dem gut zweistündigen Konzert war „Lady in Black“ von Uriah Heep mit ausgedehntem Mandolinenpart, während das Publikum als Backgroundchor im Refrain „ah, ah, ah“ glänzte.

Außergewöhnlich war auch etwa die irische Ballade „Dirty old town“ mit Mandolinenbegleitung, seltener gehört „I‘d love you to want me“ von Lobo. Der Song wurde einst im Krimi „Der Alte“ gespielt, worauf viele Zuschauer beim Sender anriefen und sich nach dem Titel des Stücks erkundigten. Ganz nebenbei erlebten die Zuhörer auch humorvolle Unterhaltung, wie etwa einen augenzwinkernden Kommentar aus Musikermund zu den alten, heißen Scheinwerfern auf der Kuba-Bühne: „Hier wird die Pause eher zur Menopause“.

(ptj)
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