Neue Stationen im Glasmalerei-Museum warten auf kleine Detektive

Glasmalerei-Museum Linnich : Neue Stationen warten auf kleine Detektive

Mit dem Internationalen Museumstag am 19. Mai schlägt das Deutsche Glasmalerei-Museum Linnich mit Einführung interaktiver Stationen, die sich speziell an Familien mit Kindern richten, konzeptuell ein neues Kapitel auf.

Entwickelt wurden die insgesamt fünf Stationen beim regelmäßigen Austausch des siebenköpfigen Teams der Museumspädagogik, die die bis zu zwei Stunden dauernden Führungen der Gäste im Alter zwischen fünf und 100 Jahren begleiten. Die Aktionen, die an den Stationen jeweils initiiert werden, richten sich vor allem an die Kinder unter den Besuchern, gewähren indes teilweise auch erwachsenen Gästen interessante Einblicke.

Das gilt beispielsweise für die robust gehaltene bewegliche Lupe mit dreifacher Vergrößerung, mit der selbst feinste Details der ausgestellten Exponate betrachtet werden können. Kinder indes nutzen die Lupe zum Zählen der Engel, die in einem bestimmten Glasgemälde „versteckt“ sind.

Diese Anbindung an das Museumsrätsel betrifft auch die übrigen interaktiven Stationen, die sich in einer zugehörigen Frage wiederfinden. Gekennzeichnet sind die Stationen durch das neue Museumsmaskottchen „Glück aus Glas“, das ein freundlich lächelndes Gesicht in einem farbigen Glasstück darstellt. Die Museumsdetektive und Rätselfreunde dürfen am Ende solch ein Maskottchen mit nach Hause nehmen, das im Museumsshop auch als Kühlschrankmagnet angeboten werden soll.

Letztlich führt das modifizierte Museumrätsel, das es schon seit Jahren gibt, mit 14 Fragen und Aufgaben, die an den einzelnen Stationen zu erledigen sind, durch das gesamte Haus. Sie dienen damit der Hinführung und Auseinandersetzung mit der ausgestellten Glaskunst, dem Spiel mit Formen und Farben. Ein Memory-Spiel lockt auf die dritte Ebene, wo momentan die Sonderausstellung des Künstlers Johannes Schreiter zu sehen ist, der so ebenfalls Eingang ins Museumsrätsel findet. Hier geht es darum, Würfel aus Plexiglas zu verschiedenen Bildern zusammenzusetzen.

Auf der sechsten Museumsebene befindet sich ein Farbfächer mit den drei Primärfarben Blau, Gelb und Rot, aus denen sich etliche andere Farben mischen lassen (Frage 14). Zuvor beschäftigt sich Frage 13 mit dem Musikfenster von Johannes Schreiter, das unter anderem eine Partitur zeigt, die tatsächlich spielbar ist. Dieses Musikstück kann zwar mit dem daneben stehenden Abspielgerät nicht abgehört werden, doch um die Bandbreite von Schreiters künstlerischem Schaffen zu präsentieren, kann zum Musikfenster Kammermusik zu Gehör gebracht werden, die der Künstler auf der Violine begleitet hat.

Diese Verzahnung mit der Sonderausstellung ist gewollt, denn das Museumsrätsel und die interaktiven Stationen sind nicht starr, sondern können leicht auf andere Sonderausstellungen angepasst werden.

Um die Willkommenskultur des Museums speziell für Familien und Kinder zu unterstreichen, wird momentan überlegt, die siebte Museumsebene in ein Familienzimmer umzuwandeln. Das soll als geschützter Raum zum Verweilen einladen, alle Sinne ansprechen sowie mit kindgerechter Literatur und Malmöglichkeiten Begegnungen und Erkundungen für die ganze Familie anbieten. Die kann so die künstlerischen Impulse verarbeiten, die der Besuch im Glasmalerei-Museum gesetzt hat.

„Wir erhoffen uns durch das neue Konzept einen Schneeballeffekt“, ist Museumsleiterin Luzia Schlösser optimistisch, dass sich die Veränderung mit den interaktiven Stationen rundspricht und zu einer Identifizierung mit dem Haus beiträgt.

Das Museum öffnet am Sonntag, 19. Mai, um 11 Uhr. Der Eintritt sowie die Führungen um 11, 11.30 und 15 Uhr sind kostenlos. Zudem werden die Technik der Glasgravur (12 bis 15 Uhr) und der Bleiverglasung (14 Uhr) präsentiert. Glaskünstler bieten zudem außergewöhnliche Objekte an.

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