25 Jahre Rurtalbahn: Neue Rurtalbahn-Güterlok: Der Indemann fährt mit

25 Jahre Rurtalbahn : Neue Rurtalbahn-Güterlok: Der Indemann fährt mit

Vor 25 Jahren stand die Bahnstrecke zwischen Jülich und Heimbach kurz vor der Stilllegung. Der Kreis Düren übernahm sie daraufhin von der Deutschen Bahn und wurde damit zum ersten Kreis in Deutschland, der eine ehemalige Bundesbahnstrecke in sein ÖPNV-Konzept aufnahm. So fuhr am 23. Mai 1993 die erste Rurtalbahn unter der Flagge der DKB über die Gleise.

Zehn Jahre später wurde das Unternehmen dann im Rahmen einer sogenannten „Public-Private-Partnership“ teilweise zurück in die privaten Hände der R.A.T.H GmbH gegeben, wobei der Kreis Düren jedoch weiterhin an der nun entstandenen Rurtalbahn GmbH beteiligt blieb.

Dank an Mitarbeiter

Dieses zweifache Jubiläum feierte die Gesellschaft am Sonntag mit einem Bürger- und Mitarbeiterfest auf dem Geländer auf der Kölner Landstraße. „Wir möchten zum einen mit den Mitarbeitern feiern, die dazu beigetragen haben, dieses Unternehmen zu europäischer Größe zu bringen“, sagte Aufsichtsratsvorsitzender Landrat Wolfgang Spelthahn in seiner Begrüßungsrede. „Zum anderen ist ein Nahverkehrsunternehmen immer nah am Bürger. Zu unserem Jubiläum möchten wir diese Allianz zwischen Mitarbeiter, Bürger und Unternehmen stärken.“

Das Highlight der Veranstaltung war aber die Enthüllung einer neuen Lok, die schon ab Montag im Cargo-Bereich (Güterverkehr) durch ganz Europa fahren wird. Die Elektrolok vom Typ Siemens Vectron kann 1600 Tonnen Last ziehen und trägt ein Design des Kreises Düren mit einem Abbild des Indemanns. Sie ist die erste Lok in einer europaweiten Reihe. Verschiedene Züge sollen in Zukunft jeweils die Wappen der Orte in Europa tragen, in denen die Gesellschaft tätig ist. Dazu gehören neben Düren zum Beispiel Antwerpen und Rotterdam, wo Tochtergesellschaften ihren Sitz haben.

Für die Weichenstellung des Unternehmens in der Zukunft ist Geschäftsführer Sebastian Nießen optimistisch gestimmt. „Wir haben es gemeinsam geschafft, etwas aufzubauen und möchten auch in den nächsten Jahren nicht rasten“, sagt er. „Projekte wie die Bördebahn möchten wir weiterentwickeln, und neue Fahrzeuge sowie alternative Antriebe werden ebenfalls ein wichtiges Thema sein.“

Einmal Lokführer sein

Im Anschluss an die Enthüllung der neuen Lok erstreckte sich das Fest über den gesamten Nachmittag mit Podiumsdiskussionen zur Geschichte, Weichenstellung und dem Arbeiten bei der Rurtalbahn. Außerdem wurden Werkstattführungen und Simulatorfahrten angeboten. Für die Besucher gab es verschiedene Angebote wie Live-Musik, Karussell und Hüpfburg für die Kleinen. Auch durch den anhaltenden Regen ließ man sich nicht beirren, denn ein Großteil der Aktivitäten fand in einer der großen Hallen statt, für wetterfeste Besucher standen draußen auf dem Gelände außerdem historische und aktuelle Züge bereit, um erkundet zu werden. So konnten die Gäste auch auf dem Sitz des Lokführers Platz nehmen.

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