Koslar: Neue Ortsumgehung: In zwei Jahren atmet Koslar endlich durch

Koslar: Neue Ortsumgehung: In zwei Jahren atmet Koslar endlich durch

In Koslar kehrt Ruhe ein. Es dauert zwar noch etwa 24 Monate, aber die Perspektive dürfte viele Bewohner des großen Jülicher Stadtteils buchstäblich durchatmen lassen. Am Mittwoch fiel der Startschuss zum Bau der Ortsumgehung - der L14 neu -, die im Vergleich zu heute etwa 60 Prozent des Durchgangsverkehrs südwestlich am Dorf vorbeiführen wird.

Es wird nicht nur am kommunalen Wahlkampf gelegen haben, dass einige Redner den Neubau in die Kategorie „historisch” einsortierten. Koslar musste zum einen auf diese Entlastung ziemlich lange warten. Und zum anderen kreuzt das neue Straßenteilstück von zwei Kilometern Länge die alte Römerstraße „Via Belgica” zwischen Köln und der Atlantikküste, deren Reste bei archäologischen Untersuchungen im Vorfeld der Baumaßnahme entdeckt wurden.

Die absoluten Zahlen machen noch deutlicher, wovon die gut 3000 Einwohner künftig profitieren: Laut Lutz Lienenkämper, Landesminister für Bauen und Verkehr, reduziert sich die Anzahl der Kraftfahrzeuge innerorts von heute 4200 pro Tag auf 1400. Auch die mit Rüben beladenen Traktoren müssen auf ihrem Weg zur Zuckerfabrik Jülich dann nicht mehr durch den Ort, sondern lassen ihn links liegen.

Knapp 4,5 Millionen Euro kostet die Gesamtmaßnahme, die auch Nicht-Koslarern Vorteile bietet: Die Auffahrt zur Autobahn 44 (Jülich-West) sei dann aus nordwestlicher Richtung noch günstiger zu erreichen, versprach Lienenkämper, der resümierend feststellte: „Das ist eine gute Maßnahme für Jülich, für Koslar und die ganze Region.”