Jülich: Neue Fensterläden schmücken Jülicher Hexenturm

Jülich : Neue Fensterläden schmücken Jülicher Hexenturm

„Möchten Sie über 100 Jahre da hängen und nichts zu tun haben?“ Mit dieser humorvollen Frage begann Winfried Cremerius am Samstag im Schatten des Hexenturms seine Ansprache zur offiziellen Übergabe der neuen schwarz-gelben Fensterläden, die seit Dienstag weithin sichtbar am Jülicher Wahrzeichen prangen.

Es waren die ohne ersichtliche Aufgabe in luftiger Höhe in das Mauerwerk eingelassenen Fensterangeln, deren Vorhandensein dem Vorstandsmitglied des „Bürgerbeirats historische Festungsstadt Jülich“ vor etwa einem Jahr erstmals bei einem Spaziergang richtig bewusst wurden. Mit seinem Vorstandskollegen Karl Sauer entwickelte er die Idee, den verwaisten Angeln wieder eine Nutzung zukommen zu lassen.

Bürgermeister Axel Fuchs „fand die Idee toll“ und so machte Cremerius sich auf die Suche nach einer Vorlage, aus der die ursprünglichen Fensterläden oder zumindest eine spätere Version erkenntlich würden. Trotz intensiver Bemühungen ließ sich keinerlei Hinweis finden.

Bei den Planungen einer passenden Ausführung war schnell klar, dass die Stadtfarben gelb und schwarz verwendet werden müssten, für Muster und Anordnung der Farben bediente man sich der oben in den Türmen befindlichen kleinen Läden, um eine einheitliche Gesamtoptik zu gewährleisten. Bei der Suche nach einem ausführenden Fachmann brauchte Cremerius nicht weit zu gehen, denn unweit vom Hexenturm hat Schreinermeister Christian Halbeisen seinen Betrieb. Bei der Suche nach einem Sponsoren wurde er ebenfalls schnell fündig.

Finanzielle Hilfe plus „Manpower“

„Ich brauchte Herrn Ulf Camburg von den Stadtwerken Jülich gar nicht lange zu überzeugen, er hat sofort Unterstützung zugesagt.“ Diese beschränkte sich nicht nur auf finanzielle Mittel, sondern umfasste auch Logistik und Manpower. Ohne einen „Steiger“, der sonst für die Reparatur von Straßenlaternen benutzt wird, wäre es beispielsweise nicht möglich gewesen, Aufmaße zu nehmen. Gefertigt wurden die Fensterläden aus beständigem Eichenholz, als Farbton wurde rapsgelb ausgewählt, das besonders bei Sonnenschein sehr intensiv strahlt und auf sich aufmerksam macht.

Bei einem Glas Bier, das die Straßengemeinschaft spendiert hatte, stießen Macher und die Gäste auf die neuen Fensterläden an, die nach Cremerius‘ Wunsch dazu beitragen sollen, die Identität der Stadt zu stärken.

(jago)