Siersdorf: Nachwuchsdarsteller meistern Bewährungsprobe

Siersdorf: Nachwuchsdarsteller meistern Bewährungsprobe

Im Märchenspiel „Nicht so schüchtern, Rosenkönigin“ des Autoren-Duos Ludwig Beckstein und Dieter Bauer geht es beim Siersdorfer Theaterverein „Einigkeit“ um die Romanze „Prinz liebt einfache Gärtnerin“, die eher märchenhaft klingt.

Jedoch entwickelt sich die Episode nicht nur im Standard des „Märchenhaften“, sondern lässt auch mitunter erheiternde und durchaus überraschende Momente in humorvoller Aussage aufklingen.

Zwar ist es vordergründig so, dass die süße, kleine und bescheidene Gärtnerin (Zoe Pfeifer) den Kronprinzen Friedemann (David Körver) liebt. Was sich aber nach dem plötzlichen Tod des Königs (Martin Ohlenforst) in den szenischen Folgen entfaltet, ist eher ein Tauziehen zwischen Königin und Stiefmutter (Rosi Brendt in einer Paraderolle) und dem Thronerben. Der Prinz muss „standesgemäß heiraten“, so verlangt es die „herrische Regentin“. Dazu lädt sie gleich drei Prinzessinnen (Meliena Franzen, Jessica Weißgerber und Joeline Strobel) als Kandidatinnen ein.

In den einzelnen Vorstellungs-Szenarien bleiben aber die Verkupplungsbemühen der Königin ohne Erfolg. Dies ist in dem ganzen Prozedere letztendlich auch dem eifrigen Pagen „Pimpernello“ (Moritz Mund) zu danken, der als Vertrauter des Prinzen immer an seiner Seite steht. Damit ist das ganze Bestreben um eine „standesgemäße Heirat“ erschöpft. Aber zum Glück weiß der Page immer einen Weg. So findet sich schließlich auch eine Lösung, um den Ränkespielen der Königin Einhalt zu bieten, so dass am Ende der Prinz doch „seine Gärtnerin“ Rosaline bekommt.

Auch wenn die passende Besetzung der einzelnen Rollen im Vorfeld der Märcheninszenierung nach dem Bekunden der Spielleiterinnen Marianne und Laura Ohlenforst schwierig war, so hatte man doch mit dem jungen Ensemble einen „Glücksgriff“ erreicht. Allen voran war es Moritz Mund (Page), der sich als talentierter Nachwuchs mit seinem unbekümmerten Spiel besonders empfohlen hatte.

Durchaus bemerkenswert überraschten aber auch die weiteren Mitspieler vor allem mit einer unbekümmerten Darstellungsweise. Weiterhin bemühten sich um die Aufführung Theatervereinsvorsitzende Silvia Schlenter als bewährte Souffleuse und Peter und Hubert Römer im Bühnenaufbau sowie Patrick Königs in der Technik.

Wer das „Nicht so schüchtern, Rosenkönig“ sehen möchte, hat dazu noch Gelegenheit. Eine weitere Vorstellung ist am Sonntag, 30. November, um 15 im Saal Thoma angesetzt.