Linnich: Musikalisch gehaltvoller Nachmittag mit dem Kaléko Quartett

Linnich : Musikalisch gehaltvoller Nachmittag mit dem Kaléko Quartett

Im Rahmen des Linnicher Musiksommers gastierte das Kaléko Streichquartett in der Evangelischen Kirche in Linnich. Das Quartett besteht aus vier jungen Musikerinnen. Die Namensgebung entstand aus der Verehrung für die jüdische Dichterin Mascha Kaléko, deren Gedichte sehr berühren.

Maria Meures (Violine), Anne Zauner (Violine), Caroline Luy (Viola) und Luisa Amitz (Cello) gestalteten einen Konzertnachmittag mit einem interessanten und gehaltvollen Programm.

Zu Beginn der beiden Konzertteile erklangen dänische Volksweisen, die angenehm auf die folgenden klassischen Werke einstimmten. Das Streichquartett in d-Moll, op.76 Nr. 2, das „Quintenquartett“, folgte als erster großer Programmpunkt. Das Werk lebte von Detailreichtum und Beziehungsfülle, von angenehmem Klang und hatte durchaus Unterhaltungswert.

Die Musikerinnen erfreuten mit perfekt aufeinander abgestimmtem Spiel und Liebe zum Detail. Das Menuett mit seinem zweistimmigen Kanon und der eigenartigen schwankenden Stimmung wurde ebenso wie der ausgelassen endende Schlusssatz besonders differenziert und mit großer Harmonie gespielt.

Ein packendes Stimmungsbild bot der Quartettsatz in c-Moll, D 705 von Franz Schubert. Das Allegro Assai hat eine eigenwillige Mischung ausklanglichen, harmonischen und melodischen Ideen. Es beginnt mit großer Dramatik und klingt in sanften, lyrischen Weisen aus. Einfühlsam und perfekt in Technik und Stil musizierten die Musikerinnen auch dieses Werk.

Schwerere Kost gab es im zweiten Konzertteil, das Streichquartett in c-Moll, op. 51 Nr.1 von Johannes Brahms. Das strenge, fast spröde Werk in konstruktiv, strenger Form lebte von emphatisch ausgreifenden Melodiebögen. Dramatisch, von stilistischen Mitteln gleichermaßen des Barocks wie auch der Klassik und Romantik geprägt, erklang das Allegro. Liedhaft und liebevoll ausgespielt wurde das tieftraurige Motiv der Romanze, das zum Schluss des Satzes eine feine Aufhellung erfuhr. In Serenaden Stimmung mit leicht folkloristischen Zügen erschien das Allegretto.

Das Finale wies emotionale Hochspannung auf. Den jungen Musikerinnen des Kaléko Quartetts gelang es vorzüglich, ihre technische Versiertheit, ihr perfektes Zusammenspiel in den Dienst der Musik zu stellen. Die Eigenarten und Besonderheiten der verschiedenen Kompositionen wurden perfekt herausgearbeitet, wobei sich die klangliche Schönheit voll entfalten konnte.

Begeisterter Applaus dankte den Musikerinnen, die sich mit der Zugabe eines dänischen Volksliedes verabschiedeten.

(vie)
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