Jülicher Land: Museumstag lockt viele Gäste im Jülicher Land

Jülicher Land: Museumstag lockt viele Gäste im Jülicher Land

Man kann sicher von günstigem Museumswetter sprechen, denn der Regen am Sonntag machte den Besuch der zahlreichen Angebote am internationalen Aktionstag der Museen noch attraktiver. So wurden die Angebote im Jülicher Land — in Aldenhoven, Linnich, Jülich und Rödingen — rege genutzt.

„Museen sind langweilig, und Geschichte ist was für Geschichtsbücher? Das Museum Zitadelle widerlegt dieses Vorurteil“ — mit diesen Worten eröffnete Bürgermeister Axel Fuchs dessen Silberjubiläumsfestlichkeiten am Internationalen Museumstag. Mit „Blickpunktausstellungen“ bot die Einrichtung wie gewohnt moderne Zugänge in die Vergangenheit: auch zu einem wiederentdeckten Gemälde des Jülicher Landschaftsmalers Johann Wilhelm Schirmer.

Religionswissenschaftler Dr. Alexander Schmalz startete am Museumstag in der Landsynagoge Rödingen mit einem Hebräisch-Workshop. Foto: Jagodzinska

„Domina te amo alias derido“, zu Deutsch: „Herrin, ich liebe dich. Die anderen verlachen dich“, lautet etwa die ungewöhnliche Inschrift einer bronzenen Scheibenfibel aus der römischen Kaiserzeit (2. bis 3. Jahrhundert) von etwa 2,4 cm Durchmesser. Sie war einmal verzinnt und besaß in der Mitte eine Emaille-Perle. Bei der Münze handelt es sich um einen besonderen Zufallsfund nahe Hasselsweiler am Verlauf der römischen Straße zwischen Jülich und Neuss. Damit gehört die Fibel zu einer Gruppe von Gegenständen, die Einblicke in einen Aspekt des römischen Alltags gewährt, und zwar in das Liebesleben der Römer.

Die Beziehung Titz-Kommern

Das aktuelle Motto des Internationalen Museumstages „Netzwerk Museum“ nahm das LVR Kulturhaus Landsynagoge wörtlich und zum Anlass, sich mit dem LVR-Freilichtmuseum Kommern zu vernetzen, das sein 60-jähriges Bestehen feiert. Die Bockwindmühle aus Spiel war das erste im Freilichtmuseum wiedererrichtete Bauwerk und wird nach einer kompletten Sanierung am Mühlentag, 21. Mai, wiedereröffnet. Zwei weitere Titzer Objekte in Kommern waren Teil des Vortrags von Museumsarchitekt Volker Kirsch.

Den traditionellen jüdischen Bezug des Kulturhauses zeigte am Morgen Religionswissenschaftler Dr. Alexander Schmalz mit einem Hebräisch-Workshop auf. Thema war die hebräische Schreibweise gebräuchlicher Vornamen. Das hebräische Alphabet zählt 22 Buchstaben von „Aleph“ bis „Taw“, zuzüglich gibt es fünf Schlussbuchstaben und die Möglichkeit, bei drei Buchstaben durch das Nachstellen eines Apostrophs nicht hebräische Konsonanten darzustellen.

(ptj)
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