Seit 40 Jahren Schlosskonzerte: „Mozarts Kammermusik mit Bläsern“ zum Jubiläum

Seit 40 Jahren Schlosskonzerte : „Mozarts Kammermusik mit Bläsern“ zum Jubiläum

Der Einladung zu dem Sonderkonzert anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Schlosskonzerte waren viele Jülicher und auswärtige Besucher gefolgt. Neben dem Pasqualini-Streichquartett und zahlreichen Solisten gab der Stadtrat eine Ehrung bekannt.

Dr. Rudolf Weitz, Vorsitzender des Vereins, begrüßte auch Mitglieder der Familie des Gründers der Reihe, Georg Bischof, die mit Freude von Bürgermeister Axel Fuchs erfuhren, dass der Stadtrat das Engagement Bischofs mit der Benennung einer Straße nach ihm im neuen Baugebiet an der alten FH ehrt.

Im Mittelpunkt des Abends stand die Kammermusik, die bei diesem Konzert dem kompositorischen Werk Mozarts gewidmet war. Das Pasqualini-Streichquartett mit Hans Otto Horch, Sebastian Reimann (1. und 2. Violine), Susanne Trinkaus (Viola) und Ulrike Zavelberg (Violoncello) mit befreundeten Solisten bot ein ansprechendes Programm.

Wolfgang Amadeus Mozarts Kammermusik Kompositionen mit Bläsern sind eher leichtgewichtige Gelegenheitswerke, die oft unter Auftragszwang und Zeitdruck komponiert wurden. Das an diesem Abend gebotene Quartett für Flöte und Streicher in D-Dur KV 285, bei dem die lebhaften Allegro und Rondo Sätze das melancholisch klagende Flötenständchen im Adagio umrahmen, wirkt geschlossen und in sich ruhend. Diese Atmosphäre strahlte auch das Spiel der Solistin Gerda Schwartz aus, das bei diesem Werk im Mittelpunkt stand. Mit leichtem, warmem Flötenton und in völliger Harmonie mit dem Streichtrio wurde das Quartett zum Hörgenuss.

Arnd Sartor an der Oboe glänzte bei dem solistisch konzertant hervortretenden Part in Mozarts Quartett für Oboe, Violine, Viola und Violoncello in F-Dur, KV 370. Dieses Werk verströmt seinen eigenen Zauber, der von besonderen melodischen Einfällen und der charmanten zarten Ausführung lebt.

Der charmante Klang des Soloinstrumentes wurde besonders im Adagio, bei den klagenden Oboen-Melismen deutlich.

Die Vorliebe Mozarts für die Klarinette wird in vielen seiner Werke deutlich. Ein besonders schönes Beispiel ist das Quintett für Klarinette und Streichquartett in A-Dur, KV 581. Der Solist Thorsten Johanns entfaltete einen unnachahmlichen Klangzauber im Zusammenspiel mit den reizvollen Farbmischungen der Streichinstrumente, die bei der Komposition im Begleitsatz eigene Qualität entwickeln konnten und besonders gut klanglich zur Geltung kamen. Bei einigen Sätzen wurden die Tempi sehr langsam angegangen. Eine Steigerung des Tempos wäre sicherlich angemessen gewesen und hätte dem Spannungsbogen gut getan.

Besonderen Charme entwickelte der Oboen-Part beim Larghetto, bei dem schwerelose Melodiebögen des Soloinstrumentes über den gedämpften Streichern schwebten, bei denen nur das Cello klanglich hervortrat.

Dem großen Applaus dankten die Musiker mit einer großartigen Zugabe. Aus dem Klarinetten-Konzert A-Dur von Mozart, seinem letzten Konzert aus seinem Todesjahr 1791, erklang das ausdrucksvolle melodische Adagio. Noch einmal konnte der Solist Thorsten Johanns an der Klarinette begeistern, ebenso das Ensemble aus Streichern und Bläsern, das äußerst harmonisch und klangvoll musizierte und das eigentlich geforderte Orchester bestens vertrat.

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