Motto "REdUSE": Nachhaltigkeitsarbeit am Gymnasium Zitadelle

Umweltschutz und Ressourcenverbrauch : Nachhaltigkeitsarbeit am Gymnasium Zitadelle

Mehr als 800 Schüler des Gymnasiums Zitadelle hatten sich jetzt versammelt, um Stefan Simonis und Björn Wieles Präsentationen zu sehen. Unter dem Motto „REdUSE – reduce, reuse, recyle“ lieferten die beiden Referenten interessante Blickwinkel auf Umweltschutz und Ressourcenverbrauch.

Das Motto bedeutet so viel wie „reduzieren, wiederverwenden, wiederverwerten“ und begleitet eine ganze Kampagne des Vereins Multivision e.V., der in ganz Deutschland Vorträge zum Thema Rohstoffnutzung anbietet. „Momentan fahren wir mit drei Autos durch ganz Deutschland“, erklärte Stefan Simonis. Er war der Referent für die erste Präsentation an diesem Tag, an dem mehr als 500 Schüler anwesend waren.

Trotz einigen Klausuren, die an diesem Tag geschrieben wurden, war es Ramona Jansen wichtig, dass möglichst viele Schüler über dieses Thema aufgeklärt würden. Sie leitet den Erdkunde Leistungskurs an dem Gymnasium Zitadelle und setzt sich zudem für Nachhaltigkeitsarbeit an der Schule ein.

Zu Beginn seiner Präsentation wollte Simonis von den Schülern wissen, was eigentlich Ressourcen seien und ob den Schülern bewusst sei, dass fast jede Ressource nur begrenzt zur Verfügung stehe. Nach zögerlichen Wortmeldungen verdeutlichte er seine Ausführung durch das Modell des „Weltschöpfungstag“, oder auch „earth overshoot day“ genannt. „Dieser Tag bestimmt den Zeitpunkt, ab dem wir unser jährliches Reservoir für Ressourcen verbraucht haben. Von da an leben wir quasi auf Pump“, eröffnete Simonis dem anwesenden Leistungskurs.

Doch es gebe ein Problem. Der Weltschöpfungstag verschiebe sich jedes Jahr weiter nach vorne. Dieses Jahr sei er bereits auf den ersten August gefallen, doch nächstes Jahr könne er viel früher stattfinden. Das hänge damit zusammen, dass beispielsweise China unseren europäischen Lebensstandard einhole und man viel mehr Energie zur Förderung der Rohstoffe einsetzen müsse. Zu Beginn der Kupferförderung habe der Kupfergehalt des Erzes weitaus mehr als zehn Prozent betragen, inzwischen sei es weniger als ein Prozent. Dementsprechend müsse man auch mehr Erz fördern, um den weltweiten Bedarf zu decken, erläuterte Simonis.

In einem Film wurden verschiedene Methoden vorgestellt, wie man diesen exponentiell steigenden Ressourcenverbrauch verringern kann. Nach einem Einstieg durch einen Rapsong zum Thema Nachhaltigkeit wurde den Zuschauern klar gemacht, dass jährlich 617 Kilogramm Abfälle pro Kopf in Deutschland anfielen. Nur ein Bruchteil davon werde wiederverwertet und in die ursprünglichen Rohstoffe zerlegt. Doch in den letzten Jahren habe sich viel getan, und Recycling sei zu einem wichtigen Bestandteil der Abfallwirtschaft geworden. Die Wiederverwertung von Aluminium verbrauche 95 Prozent weniger Energie als die Gewinnung des Metalls.

Doch auch die allerersten Produktionsschritte seien schon sehr verschwenderisch. So verbrauchten Baumwollplantagen Unmengen Wasser und schadeten der Umwelt durch Pestizide, die auf die Baumwolle gesprüht würden. Der 30-minütige Kurzfilm stellte zudem das Prinzip des „Upcycling“ vor, bei dem Modekünstler aus bereits getragenen Kleidungsstücken neue Kollektionen kreierten. Durch eine bewusste Lebensweise könne jeder etwas bewirken, hieß es weiter. Indem man gezielt darauf achte, Verpackungsmüll zu vermeiden, könne man den eigenen Hausmüll bereits beachtlich verringern.

Nach dem Film hatten die Schüler die Gelegenheit, Gedanken und Fragen an Stefan Simonis zu richten, der diese dann, so gut es ging, beantwortete. Die Schüler des Jülicher Gymnasiums waren insbesondere an dem politischen Aspekt des Umweltschutzes interessiert. Als Schlusswort gab Simonis den Schülern den Ratschlag auf den Weg, sich zu engagieren – und zwar egal wie.

(ikr)
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