Jülich: Mit „Pico” in der „Champions League” der kleinsten Teilchen

Jülich: Mit „Pico” in der „Champions League” der kleinsten Teilchen

Ehrgeizige Ziele haben die Wissenschaftler im Ernst Ruska-Centrum (ER-C) auf dem Gelände des Forschungszentrums Jülich. Dort erfolgte am Dienstag der Spatenstich zu einem Erweiterungsbau für die Errichtung des höchstauflösenden Elektronenmikroskops der Welt. Dies soll im Herbst 2010 in Betrieb gehen.

Forschen in einer Allianz, dies wird seit 2006 unter dem Dach der Jülich Aachen Research Alliance (JARA) betrieben. Die nahm am Mittwoch, vertreten durch Prof. Dr. Achim Bachem (Vorstand FZJ), Prof. Dr. Ernst Schmachtenberg (Rektor RWTH Aachen) und den beiden ER-C-Direktoren Prof. Dr. Knut Urban und Prof. Joachim Mayer den Spatenstich vor.

„Pico sprengt jeden Rahmen, wir werden nicht nur in den Bereich von einem Pikometer vordringen, sondern auch noch zwischen den Atomverspiegelungen die chemischen Abläufe erkennen”, blickte Urban voraus.

Dass „Pico”, das ultrahochauflösenste Elektronenmikroskop der Welt (50 Milliardstel Millimeter), es den Wissenschaftlern erlauben wird, Atomstrukturen von Materialien - etwa für Energieforschung und Mikroelektronik - genauer zu untersuchen als dies jemals zuvor möglich war, hilft den Jülich-Aachener Forschern, ihre Spitzenstellung in der Welt zu verteidigen.

„Aber Spitze reicht nicht, wir wollen Abstand schaffen”, meinte Joachim Mayer. Mit dieser Anschaffung, davon ist der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Forschung und Bildung, Thomas Rachel, überzeugt, „wird Deutschland weiter in der Champions League der Mikroskopie spielen”.

Mit 9,5 Millionen Euro gehört das Berliner BMF zu den größten Geldgebern, den Rest der 15-Millionen-Investition teilen sich NRW und die Deutsche Forschungsgemeinschaft. Dass „Pico” entscheidende Hinweise liefern wird, wie Kohlekraftwerke CO2-frei zu bekommen sind oder wie die neue Generation von Solarzellen hinsichtlich ihrer Struktur aussehen wird, davon sind die JARA-Leute überzeugt.

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