Jülich: Mit dem Prachtschnauferl auf Rundkurs

Jülich: Mit dem Prachtschnauferl auf Rundkurs

Das mittlerweile 15. Gold-Race Indeland stand auch diesmal unter dem Motto: Im Oldtimer über unbekannte Strecken durch die Euregio fahren, mit vielen Gleichgesinnten die schöne Landschaft genießen und Erfahrungen austauschen. Der MSC Huchem-Stammeln hatte insgesamt 84 Autos der unterschiedlichsten Baujahre für diesen Event in die Zitadelle Jülich gelockt, wo die Wagen in historischer Kulisse besonders gut zur Geltung kamen.

„Nach der langen Vorbereitung für das Gold Race freue ich mich, heute so viele Teilnehmer begrüßen zu können, und hoffe, dass alle bei unserer Drei-Länder-Rallye viel Spaß haben werden”, sagte Veranstaltungsleiter Willy Willms zur Eröffnung.

Nach einem gemeinsamen Frühstück und der obligatorischen Fahrerbesprechung im PZ der Zitadelle fand der Vorstart statt, bei dem erstmals seit ihrem Bestehen Autos über die Pasqualini-Brücke fahren durften. Der eigentliche Start fand in ebenfalls historischer Kulisse in unmittelbarer Nähe des Hexenturms statt.

Hier wurden die Starter von Streckensprecher Michael Gries und der stellvertretenden Jülicher Bürgermeisterin Margarete Esser-Faber begrüßt und nach einer kurzen Fahrzeugvorstellung für die zahlreichen Zuschauer auf den Weg geschickt.

„Ich finde es toll, für die vielen schönen Oldtimer in der Kulisse unserer Innenstadt den Start freizugeben und wünsche allen Teilnehmern viel Erfolg bei der Rallye”, sagte Esser-Faber.

Direkt hinter dem Start fand auch schon die erste Prüfung statt, bei der das Fahrzeug in vorgegebener Zeit die Entfernung zwischen zwei Fahnen überwinden muss. Willy Willms und Peter Becker hatten in diesem Jahr für die Touristik-Klasse eine 160 Kilometer und für die Sport-Klasse sogar eine 180 Kilometer lange Strecke geplant, in der neben der Routenfindung für Fahrer und Beifahrer durch sogenannten Chinesenzeichen auch mehrere praktische Prüfungen auf dem Programm standen.

Die Besonderheit der Route, die nicht nur durch Deutschland, sondern auch durch die Niederlande und Belgien führte, lag darin, dass von Seiten der Veranstalter fast ausschließlich Nebenstrecken genutzt wurden, die allen Teilnehmern die Möglichkeit bot, ihre Heimat einmal aus einem völlig neuen, unbekannten Blickwinkel zu erkunden.

Nach der ersten Prüfung ging es aus dem Jülicher Stadtgebiet hinaus über die Rurbrücke bis zum Kreisverkehr und dann weiter zum Campingplatz am Brückenkopf-Park, wo die nächste Zeitfahrprüfung auf die Teilnehmer wartete. Über das Gewerbegebiet Aldenhoven führte die Strecke anschließend über Nebenstraßen unter anderem an einer Kläranlage vorbei, wobei von Seiten der Veranstalter vorsorglich der Hinweis im Bordbuch vermerkt war, man möge tief einatmen und die Luft genießen.

Weiter ging es bei bedecktem Wetter in Richtung Herzogenrath, wo dann die Grenze zu den Niederlanden überschritten wurde. Als zusätzliche Aufgabe mussten Fahrer und Beifahrer auf Schilder am Straßenrand achten, auf denen Zahlen standen, die in die mitgeführte Bordkarte eingetragen werden mussten.

Außerdem waren an zahlreichen Stellen von Mitgliedern des MSC Kontrollstellen eingerichtet worden, an denen sich die Teilnehmer ihre Karten abstempeln lassen mussten.

Jedem Teilnehmer der Rallye wurde schnell klar, dass diese Fahrt nicht nur eine Prüfung für den Menschen, sondern auch für das Auto darstellte. In der Holländischen Schweiz, den belgischen Ardennen und auch der Eifel ging es teils extrem bergauf und bergab, teils über enge Feldwege und scharfe Kurven, wo ein entgegenkommendes Fahrzeug für echte Probleme gesorgt hätte.

Durch malerische holländische Dörfer im Mergelland führte die Route über die belgische Grenze weiter, wo in einem gemütlichen Restaurant für alle Fahrer die Möglichkeit bestand, sich bei einer kurzen Mittagspause zu erholen.

Im Anschluss ging die Fahrt weiter durch die Landschaft der belgischen Ardennen zurück nach Deutschland, wo unter anderem in der Nähe von Stolberg ein Geschicklichkeits-Parcours absolviert werden musste.

Ein Höhepunkt war sicherlich der Test auf dem Parkplatz vor dem Indemann-Aussichtspunkt in Inden/Altdorf. Innerhalb von 46 Sekunden musste der Wagen in zwei Parklücken gesetzt werden - vor einem interessierten Publikum, das selbstverständlich jedes Fahrzeug per Foto verewigte.

Über eine extra für die Rallye-Fahrer geöffnete Straße am Tagebau Inden vorbei führte die Route nach Pier. Hier mussten die Fahrer anhand einer speziellen Karte in richtiger Reihenfolge die Straßen des Ortes durchfahren.

Im Anschluss ging es über Schophoven wieder nach Jülich, wo es nach dem Empfang an der Ziellinie am Hexenturm zurück in die Zitadelle ging. Nach dem Abendessen und der Auswertung der Ergebnisse wurden das erste Drittel jeder Fahrzeuggruppe mit Pokalen für seine Leistung geehrt.

In der Touristikklasse T1 ging der 3. Platz an Klaus Derondeau und Kerstin Alfke, der 2. Platz an Dr. Christian Pilz und Dr. Markus Sagheri und der 1. Platz an Klaus Picard und Jörg Stursberg. In der Klasse T2 belegten Hans Günther Müller und Vera Schnack den 3. Platz, Alexander Kremer und Klaus Schewior den 2. Platz und Oliver Heiber und Joachim Kexel den 1. Platz.

In der Klasse T3 erreichten Rene Göbbels und Tina Stange den 3., Marc Kistemann und Walburga Kistemann den 2. und Willi Wassenhoven und Claudia Fleischhauer den 1. Platz. In der Sportklasse wurden Erik Wolfertz und Reinhold Wisniewski 3., Jörg Schmacks und Dirk Schleuer 2. sowie Peter und Dirk Kamps 1..

In der Klasse Youngtimer fuhren Detlef Hagenbruch und Moritz Hagenbruch auf den 3. Platz, Lars Maassen und Michaela Junghans auf den 2. und Peter Widdra und Inge Offergeldt-Widdra auf den 1. Platz.

Willms bedankte sich in seiner Ansprache bei allen Helfern, die mit ihrem Einsatz das Gold-Race ermöglicht haben. Trotz des Ausfalls von vier Fahrzeugen infolge technischer Defekte und des teils nicht sehr erfreulichen Wetters zeigten sich die Veranstalter mit dem Verlauf zufrieden.

„Mir haben die Route und die teilnehmenden Wagen sehr gut gefallen und ich würde sofort wieder mitfahren”, bestätigte Rallye-Teilnehmer Ralf Franke den positiven Verlauf der Veranstaltung. Somit steht aus Sicht aller Beteiligten einem neuen Gold-Race im nächsten Jahr nichts im Weg.

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