Jülich: Mehr „Kunden-Verkehr”: Walramplatz als einzige Chance

Jülich: Mehr „Kunden-Verkehr”: Walramplatz als einzige Chance

Die Einkaufsstadt Jülich könnte eine attraktive Handelsansiedlung im Bereich des Walramplatzes gut gebrauchen, der für mehr „Kunden-Verkehr” auf dem Marktplatz sorgen würde. Außerdem werden bestimmte Filialisten-Marken in der Herzogstadt vermisst, die ansonsten so schlecht nicht ist.

Das sind wesentliche Ergebnisse einer Klausursitzung des Vorstands der Werbegemeinschaft. Dabei ging es um Chancen und Probleme der Einkaufsstadt sowie die Struktur des Vereins.

Das Gut Alte Burg in Altenburg bot einen „ausgezeichneten Rahmen” für die Tagung, so die Kaufmannschaft. Begleitet wurde der Vorstand vom Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbands Aachen-Köln, Manfred Piana, der in einem Einstiegsreferat die Rahmenbedingungen und aktuelle Entwicklungen im Handel analysierte.

Dabei sei deutlich geworden, dass die Umsatzverlagerungen im Einzelhandel durch zunehmenden Internethandel und Verkaufsflächenzuwachs überall zu Passantenfrequenzverlust und in der Folge Leerständen führen. Nur durch gemeinsames Handeln, interessante Aktionen und abgestimmte Werbekonzepte seien positive Effekte zu erreichen.

Damit gab es genügend Themen für die Diskussion der Vorstandsmitglieder, die sich zunächst mit der Perspektive der Innenstadt beschäftigten. Dabei bietet die Handelsstruktur mit vielen inhabergeführten Fachgeschäften weiterhin eine gute Grundlage; allerdings werden in Jülich auch bestimmte Filialistenmarken vermisst.

Eine innenstadtnahe Ansiedlung, die für zusätzliche Frequenz auch auf dem Marktplatz sorgt, wäre nur noch auf dem Walramplatz möglich.

Hier und speziell zur Belebung des Marktplatzes setzt man auf Initiativen aus dem Rathaus: Einmal sollen Überlegungen zur Verbesserung der Nutzungsmöglichkeit angestellt werden, andererseits soll die Verzahnung der anliegenden Geschäfte mit dem Wochenmarkt verbessert werden. Dazu hat der Vorstand konkrete Vorstellungen entwickelt.

Einen weiteren Schwerpunkt sieht der Vorstand in der gemeinsamen Außenwerbung der Geschäfte. Die Leistungen der ansässigen Geschäfte sollen mit einer neuen Vernetzung von Printmedien und Internet verstärkt herausgestellt werden. „Dabei soll mit dem Gedanken ,Kauf in Jülich! die gemeinsame Verantwortung aller Jülicher für die Lebendigkeit der Innenstadt verdeutlicht werden. Und dabei nützen den Geschäften genauso auch Bestellungen über die verschiedenen Webshops, die genauso leistungsfähig seien wie überregional bekanntere Portale.

Problematisch sei dabei, dass etliche Geschäfte, besonders Filialisten, nicht Mitglied der Werbegemeinschaft sind. Aus Sicht des Vorstands „sprechen die vielen Aktivitäten für eine Mitgliedschaft, denn: Was wäre Jülich ohne Stadtfeste, Weihnachtsmarkt, Weihnachtsbeleuchtung?”

Für die zukünftigen Aufgaben sieht der Vorstand den Verein gut aufgestellt: Im Finanzplan des kommenden Jahres gibt es einen Etat für besondere Werbemaßnahmen, der Vorstand will sich mit einer Geschäftsführerin verstärken, um die kontinuierliche und professionelle Arbeit weiterhin zu gewährleisten, und bei der kommenden Mitgliederversammlung wieder kandidieren.

Erfahrung jedenfalls war genug bei der Klausursitzung vertreten: die zwölf Vorstandsmitglieder haben alle zusammen bereits 74 Jahre Vorstandsarbeit geleistet.

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