Silberjubiläum und trauriger Abschied: Mehr als 3000 Jecke feiern auf dem Schlossplatz

Silberjubiläum und trauriger Abschied : Mehr als 3000 Jecke feiern auf dem Schlossplatz

„Nie mehr Fastelovend, nie mehr ruut und wieß“, klang durch die Lautsprecher beim fünften Konfettiball der vier großen Jülicher Karnevalsgesellschaften, der zuvor jahrzehntelang „Industrie und Behördenball“ hieß.

In regelmäßigen Abständen knallte die Konfettikanone, und Tausende glänzende Schnipsel hüllte die ausgelassen feiernde Menge in eine glänzende Masse. „Nie mehr Stadthalle“, dieser Nachsatz klang dennoch bei der zünftigen Feier in vieler Munde stets mit. Federführend in der Ausrichtung des Konfettiballs war die Historische Gesellschaft Lazarus Strohmanus, die in ihrem jecken Jubiläumsjahr den Tod von Heinrich Ningelgen beklagt, der erst kurz zuvor den Staffelstab an seinen Sohn David weitergereicht hatte.

Die „Rursternchen“ hospitieren, zudem sind „Ulk“ und „Rurblümchen“ als Ausrichter mit im Boot. Zwei DJs auf zwei „floors“ spielten die entsprechende Stimmungsmusik, später brachte die Liveband „Fahrerflucht“ aus Baesweiler die Halle zum Kochen. Traurig über den Abriss der Stadthalle sind nicht nur Gesellschaften und Vereine. Seit 14 Jahren sind Bernd Hölters und seine Frau Diana dort beschäftigt, er als Hausmeister, sie in der Garderobe und am Ausschank. „Ich hätte die letzten sechs Jahre noch gerne hier gemacht“, betonte Hölters, der seit 44 Jahren im öffentlichen Dienst ist.

Die größte jecke Feierszene war an Weiberfastnacht der Schlossplatz. „Das ist gewollt“, wie Sozialpädagogin Elisabeth Fasel-Rüdebusch betonte. Solange die Sonne noch vom Himmel strahlte, sammelten sich vor allem die älteren, oft sehr fantasiereich kostümierten Schülergruppierungen zum Feiern auf dem abgesperrten Schlossplatz. Die grünen Bändchen an ihren Handgelenken symbolisierten, dass sie nach Ausweiskontrolle als mindestens 16-Jährige Alkohol konsumieren dürfen. Die jüngeren Schüler fühlten sich eher von der Fete im Festzelt angelockt, wo Profi-DJ Martin aufspielte.

Jecke in der Region feiern Weiberfastnacht

Nach Bekunden von Dirk Mommertz von der Stadt Jülich dürfen sich dort 600 Menschen zeitgleich aufhalten. Ein Großaufgebot von 40 Rotkreuzlern, 20 THW-Helfern, vier bis fünf Mitarbeitern des Kreisjugendamtes, elf Security-Leuten und etlichen Polizisten garantierten sie Sicherheit für die bunt kostümierte feiernde Menge. Ferner streiften zwei mobile Teams mit je zwei bis drei Leuten durch die Stadt, um etwaige größere Ansammlungen besser im Blick zu haben. „Jetzt ist es Routine, jeder kennt seine Aufgabe“, betonte sie.

Das Fazit der Verantwortlichen zum 25-Jährigen der Feier auf dem Schlossplatz lautete: „Das Konzept ist so ausgereift, dass wir in den letzten zehn Jahren so gut wie keine Zwischenfälle mehr hatten.“ So begingen zwischen 2000 und 3000 junge Menschen ein würdiges Silberjubiläum.

Zusammen mit der KG Ulk Selgersdorf feierte auch die Stephanus-Schule. Er war schon die 44. Sitzung für die kleinen Karnevalisten. Neben den schuleigenen Tanzgruppen, die beispielsweise die Savanne Afrikas auf die Bühne brachten, war ein besonderes Highlight Sängerin „Roberta“ die Songs wie „Proud Mary“ (Tina Turner) zusammen mit den freudestrahlenden Kindern und Jugendlichen auf der Bühne sang.

Martialisch ging es bei der Fete auf dem Jülicher Schlossplatz zu – zumindest was die Verkleidung betrifft. Foto: Silvia Jagodzinska

Unter der charmanten Moderation des Kinderpräsidenten Niklas Dillgard zeigten mehrere umliegende Karnevalsgesellschaften weiteres, tänzerisches Können auf der Bühne. Darunter auch die KG Ulk, die vor den Versammelten überdies Schulleiter Dieter Joussen eine Spende für den Förderverein der Stephanus-Schule überreichte, damit sie „weiter mit den Kindern so tolle Arbeit machen können, wie sie es tun“, wie Prinz Thomas II. (Dr. Thomas Heil) sagte.

(ptj/mio)
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