Neuer Wind im Familienbad Siersdorf: Massive Investitionen in Kleinschwimmhalle

Neuer Wind im Familienbad Siersdorf : Massive Investitionen in Kleinschwimmhalle

In die Kleinschwimmhalle Siersdorf soll massiv investiert werden. Geplant sind vorerst 780.000 Euro für eine neue Lüftungsanlage des Schwimmerbeckens und die Sanierung des Lehrschwimmbeckens.

Daneben stehen zusätzlich neue Duschanlagen und der Anbau der Geschäftsstelle auf dem Plan. Der Förderverein Kleinschwimmhalle Siersdorf (FKS) hatte die Projektskizze „Neuer Wind im Familienbad Siersdorf“ entwickelt, in der es um die Erneuerung der Lüftungsanlage für das Schwimmerbecken geht. Mit dieser Idee hatten sich die Beteiligten bei „Leader“ beworben, einem Programm der Europäischen Union, mit dem innovative Aktionen im ländlichen Raum gefördert werden.

„Wir hatten Glück und wurden aufgenommen“, sagt Saskia Wirtz, Erste Vorsitzende des Fördervereins. Nach der Abgabe der Projektskizze im vergangenen Frühjahr hatte der Förderverein sie Ende September nochmal persönlich vorstellen müssen. „Es gab kaum Nachfragen, alle waren sehr angetan von unseren Ideen. Am nächsten Tag kam der Bescheid, dass wir aufgenommen worden sind“, erinnert sich die Vorsitzende.

Die Kosten für die neue Belüftungsanlage werden auf rund 500.000 Euro geschätzt. Die Hälfte davon wird aus dem Fördertopf von Leader finanziert. Die restlichen 250.000 Euro trägt der Förderverein selbst. „Wir sparen schon lange für eine neue Lüftungsanlage und haben ausreichend Rücklagen gebildet“, sagt Wirtz. Mithilfe von Leader könne die Lüftungsanlage endlich realisiert werden.

Als nächstes muss der Förderverein jetzt zusammen mit einem Planungsbüro dokumentieren, was genau mit den Fördergeldern umgesetzt werden soll. Dieser Antrag geht dann an die Bezirksregierung Köln. „Wir hoffen, dass er bis Ende des Jahres genehmigt wird“, erläutert die Vorsitzende. Hinsichtlich des Planungsbüros und ersten, anfallenden Kosten geht der Verein zunächst in Vorkasse.

Eine neue Lüftungsanlage für das Schwimmerbecken soll den Förderverein der Kleinschwimmhalle Siersdorf rund 500.000 Euro kosten. Weitere Investitionen sind geplant. Foto: Anke Capellmann

Die zweite große Investition ist die Sanierung des Lehrschwimmbeckens. Nachdem umfangreiche Betonabplatzungen festgestellt worden waren und auch die Statik erneuert werden muss, werden nach ersten Erkenntnissen rund 280.000 Euro benötigt. Die genaue Höhe des Sanierungsbedarfs wird noch ein Gutachter ermitteln.

Die am Ende tatsächlich entstehenden Kosten wird die Gemeinde Aldenhoven tragen, die Eigentümer des Gebäudeteils ist, in dem sich das Lehrschwimmbecken, die darüber befindliche Turnhalle und der Keller befindet. Der FKS beteiligt sich daran mit 30.000 Euro, indem er über einen Zeitraum von zehn Jahren auf 3000 Euro des Jahreszuschusses seitens der Gemeinde verzichtet.

Der Gebäudeteil, in dem sich das große Schwimmerbecken befindet, gehört dem Förderverein selbst. Das Lehrschwimmbecken bewirtet der Förderverein nur, und trägt dafür Sorge, dass das Baby-, Schul- und Seniorenschwimmen stattfinden kann. „Die Gemeinde steckt alle Mittel in ihr Becken. Das unterstützen wir gerne“, sagt Wirtz.

Die Gemeinde Aldenhoven kommt für die Kosten der Sanierung des Lehrschwimmbeckens auf. Der Förderverein beteiligt sich daran mit 30.000 Euro. Foto: Anke Capellmann

Für das Sanierungskonzept des Lehrschwimmbeckens muss ein Gutachter zahlreiche Proben nehmen. Deswegen wird das kleine Becken auch am 25. Februar geschlossen. „Es muss komplett leer sein“, erklärt Wirtz. Das Lehrschwimmbecken wird dann vom großen Schwimmerbecken durch eine Wand getrennt. „So kann der Badebetrieb ganz normal weiterlaufen.“ Alternative Sportangebote seien geplant.

Die Mitglieder des FKS hoffen auf eine schnelle Sanierung, so dass das Lehrschwimmbecken im Sommer wieder eröffnet werden kann. Die Erneuerung der Lüftungsanlage könne im Rahmen der rountinemäßigen Schwimmbadreinigungen stattfinden. Dafür ist eine Schließung des Hallenbads nicht nötig.

Neben diesen großen Investitionen stehen noch weitere notwendige Sanierungsmaßnahmen auf dem Plan. Neben neuen Duschanlagen und neuer Mess- und Regeltechnik soll auch die Geschäftsstelle einen Anbau erhalten. Konkrete Planungen und Zahlen hierzu gibt es allerdings noch keine.

„Es ist einfach toll zu sehen, wie alle Beteiligten zu uns halten. Sowohl die Förderung durch Leader als auch die Unterstützung der Gemeinde zeigen uns, dass unsere Schwimmhalle erhaltenswert ist“, sagt Wirtz. Allein die Mitgliederzahlen für eine Kleinschwimmhalle sprechen für sich – es sind mittlerweile rund 6200. Im vergangenen Jahr verzeichnete der Förderverein 85.000 Badbesucher. „Und die Schwimmhalle ist für viele Leute wie eine Familie“, sagt Katja Schieren, Zweite Vorsitzende des Fördervereins. Auch bei den vielen Mitgliedern sei ein Besuch nie unpersönlich. „Hier werden Bücher und Rezepte getauscht, Leute kommen mit Freud und Leid zu uns“, sagt sie. „Die Müter und Väter, die hier damals als Babys das Schwimmen gelernt haben, kommen heute mit ihren eigenen Kindern.“

Die massiven Investitionen würden sicher noch einige Turbulenzen in diesem Jahr mit sich bringen. „Es wird bestimmt hart, aber auch aufregend“, ist sich Wirtz sicher.