Jülich/Koslar: Mandolinenorchester zaubert magische Momente in der Schlosskapelle

Jülich/Koslar: Mandolinenorchester zaubert magische Momente in der Schlosskapelle

Der russische Schauspieler und Regisseur Michail Tschechow erklärte einst seinen Schülern, es sei unmöglich, dass zwei verschiedene Atmosphären nebeneinander in einem Raum existieren könnten. Im Wettstreit würde immer eine die Oberhand behalten und den ganzen Raum für sich einnehmen.

Sicher hätte ihm die Arbeit jener Zupfmusiker gefallen, die kürzlich in der Zitadelle zu erleben waren. Nur ein ganz klein wenig Licht erlaubte man sich in der Schlosskapelle, als das Mandolinenorchester „Rurtal“ aus Koslar zu seinem märchenhaften Herbstkonzert einlud. Und so enstand eine Atmosphäre, die es den zahlreichen Zuhörern ermöglichte, fantasievollste Bilder vor dem geistigen Auge entstehen zu lassen. Ein „sagenhaftes“ Erzählkonzert im Wort- sowie im übertragenen Sinne hatte man vorbereitet, in dem das Mandolinenorchester von Thomas Braunsfeld als Märchenerzähler sowie dem wohl märchenhaftesten aller Instrumente, der Harfe — gespielt von Juliane Henser — verstärkt wurde.

Die vielen Gäste des Abends wurden nicht enttäuscht. Im Gegenteil mit einer durchweg gelungenen Mischung aus Werken von Edvard Grieg, Antonin Dvorak und Peter Tschaikowski sowie dem Märchen „Das Wasser des Lebens“ von den Brüdern Grimm wechselten sich musikalische Darbietungen sowie Wortbeiträge äußerst geschmackvoll und stimmig ab.

Unter der Leitung von Stefan Hebeler nahmen die Zupfmusiker ihre Zuhörer auf eine märchenhaft musikalische Reise mit, bei der verwunschene Prinzen, erlöste Prinzessinnen, magische Waldwesen und Zwerge nicht fehlten. Untermalt vom silbrigen Klang jenes Musikinstrumentes, das man in Koslar bereits seit 1928 innig liebt, denn so lange gibt es das Mandolinenorchester bereits, wurde die Schlosskapelle mehr und mehr zu einer Märchenburg wie Camelot.

Beeindruckt vom hohen künstlerischen Niveau der Musiker, spendeten die Gäste reichlich Applaus, voller Vorfreude auf ein Wiedersehen mit dem Mandolinenorchester „Rurtal“.

(rb)
Mehr von Aachener Nachrichten