Maltheater der Thalias Kompagnons: „Rabenschwarz und Naseweiß“

Maltheater der Thalias Kompagnons : „Rabenschwarz und Naseweiß“ begeistern im Kulturbahnhof

Im Kulturbahnhof (KuBa) begeisterten „Thalias Kompagnons“, die aus Joachim Torbahn und Tristan Vogt bestehen, die Zuschauer mit ihrem selbstgeschriebenen Stück „Rabenschwarz und Naseweiß“.

Bei dem Stück für Kinder ab vier Jahren handelt es sich um ein Maltheater. „Beim Objekt- oder Maltheater erweckt man tote Gegenstände zum Leben“, sagte Schauspieler Torbahn, der die Aufführung im Solo spielte.

Für die Darbietung hatte er sich auf eine Plane in der KuBa-Halle gestellt. Rechts von ihm stand ein schwarzer, links ein weißer Tisch. Auf beiden lagen verschiedene Malutensilien, wie Pinsel, ein handelsüblicher Fensterabzieher und ein Schaber. Hinter ihm war eine schwarze Leinwand zu sehen, die von zwei Eimern mit weißer Farbe umrahmt wurden.

„Wo kommen den jetzt die Bilder her?“, fragte der Schauspieler, der mit weißen, zu Berge stehenden Haaren und einem Kittel eine schwarzumrandete Brille aufsetzte und auf die schwarze Fläche blickte.

Dann nahm er eine kleine Farbflasche in die Hand und malte mit den Worten „Es war einmal ein kleines Weiß“ einen kleinen, weißen Kreis auf die schwarze Leinwand.

Dann begann die Geschichte zwischen Schwarz und Weiß, bei der das Weiß auf der Leinwand Bilder auf dem Schwarz bildete, bis es sich gänzlich auf der ganzen Fläche ausgebreitet hatte. Dann übernahm das Schwarz die Rolle und bildete durch Reduktion des Weiß seinerseits wieder Bilder.

„Der ist aber lustig“, sagte eines der Kinder, als der Schauspieler mit der kleinen Farbflasche das Bild unter anderem durch einen Hasen und eine Maus erweiterte. Während des Entstehens wurde das von wildem Raten der Kinder begleitet. „Ich weiß, was das Krickelkrakel soll“, sagte ein kleiner Zuschauer, als der Schauspieler einen Linienwirbel neben eine Blume zeichnete und diesen dann um einen senkrechten Strich erweiterte. „Das ist ein Baum.“

Als das Bild fertig war, applaudierte das Publikum. Zur hörbaren Belustigung der Kinder fand sich das Weiß auch selbst so toll, dass der Schauspieler beide Hände gleichzeitig in den großen Farbeimer tunkte und die noch teilweise schwarze Leinwand völlig in weiße Farbe tauchte.

Nun war wieder das Schwarz an der Reihe. Untermalt von Blasmusik erstreckte sich plötzlich ein großer Elefant auf der Leinwand. Torbahn: „Der hat sich aber breit gemacht.“

Ein Junge in der ersten Reihe sagte: „Der kann aber gut malen“, und ein Mädchen stimmte ein: „Er ist ein Meister.“

Nach einer Reise in die Berge, Abenteuern in Atlantis und dem Gruseln vor Ungeheuern wurde es auf der Leinwand immer dunkler. „Ich bin müde, sagte das Weiß“, erzählte der Schauspieler und das Schwarz antwortete: „Kein Wunder, es wird ja auch gleich dunkel.“ Und so ging das Weiß wieder in seinen Farbeimer, und legte sich schlafen.

„Der Hintergrund wird gebraucht, damit man mit der Farbe eine Geschichte erzählen kann“, sagte Torbahn später. „Irgendwann wird die Farbe selbst zum Hintergrund, der bearbeitet werden kann. Dabei geht die Farbe von dem Eimer auf die Leinwand und dann wieder in den Eimer.“ So entstehe ein Wechselspiel, bei dem die Veränderung in der Zerstörung liege. „Ähnlich wie Jing und Jang. Man könnte das als eine Metapher fürs Leben bezeichnen.“

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