Mai-Nacht: Polizisten in Welldorf verletzt, Maiclub kritisiert Polizei

Einsatz in der Mainacht : Vier Polizisten bei Randalen verletzt, Ausrichter kritisiert Vorgehen der Beamten

Im Rahmen einer Maifeier in Jülich-Welldorf ist es zu Ausschreitungen gekommen, bei denen vier Polizeibeamte verletzt wurden. Fünf Personen wurden in Gewahrsam genommen, die Polizei spricht zudem von „unzähligen Platzverweisen“.

Die Veranstaltung musste letztlich aufgelöst werden. Der Maiclub Welldorf, Veranstalter der Party, distanziert sich ausdrücklich von den Vorkommnissen und kritisiert teilweise das Vorgehen der Polizei.

Der Vorfall ereigenete sich gegen 0.30 Uhr, als randalierende Personen die Polizei auf den Plan riefen. Die Securitymitarbeiter vor Ort konnten die Lage Polizeiangaben zufolge nicht unter Kontrolle bringen. Dem widerspricht Andreas Wasel, Vorsitzender des Maiclubs, insofern, als dass die Kräfte dazu gar nicht befugt gewesen seien. „Die Security darf in den öffentlichen Straßenverkehr nicht eingreifen, das wurde mir von der Polizei auch bestätigt“, erklärt er.

Zudem ist Wasel wichtig zu betonen, dass die Randale nicht auf dem Veranstaltungsgelände des Maiclubs, sondern davor stattgefunden haben. „Auf dem Gelände war es sehr harmonisch und ruhig, wir hatten das erste Mal seit einigen Jahren wieder Sonnenschein und dementsprechend mehr Gäste“, sagt er. Außerdem seien ihm die randalierenden Personen nicht bekannt gewesen: „Es waren definitiv keine Jugendlichen aus Welldorf oder Güsten.“

Dies kann die Polizei bestätigen. Bei den festgenommenen Personen handelt es sich um einen 18- und einen 22-Jährigen aus Titz, einen 21-Jährigen aus Linnich, einen 22-Jährigen aus Munster sowie einen 54 Jahre alten Mann aus Würselen. „Einsatzanlass war ursprünglich ein Körperverletzungsdelikt“, berichtet Pressesprecherin Melanie Arenz von der Polizei Düren.

Die Situation habe sich allerdings nicht entspannt, weshalb außerdem zwei Diensthundeführer eingesetzt wurden. „In der Spitze hatten wir neun Streifenwagen da und kurzfristig noch Unterstützung von Kollegen der Einsatzhundertschaft, sodass wir mit knapp 30 Kräften vor Ort waren“, erläutert Arenz. Die Bereitschaftspolizeieinheit sei laut Polizei zwingend erforderlich gewesen, um die gesamte Veranstaltung aus Sicherheitsgründen zu räumen. „Die Auflösung wollten die Leute natürlich nicht“, sagt Arenz.

Andreas Wasel hat das ein wenig anders erlebt: „Die Situation schien nach der Schlichtung der Auseinandersetzung geklärt, ich habe nach der Aufforderung auch umgehend mit der Räumung des Geländes begonnen. Aus mir unerklärlichen Gründen kamen dann noch weitere Beamte hinzu.“ Die ersten Polizeiwagen hielt er für gerechtfertigt, das Polizeiaufgebot, was im Nachhinein angerückt ist, allerdings für „völlig überzogen.“

Fünf Personen in Gewahrsam

Für die Polizei hingegen war der Einsatz in dieser Form angebracht, da die Beamten fünf Personen in Gewahrsam nahmen. Dabei verletzten die Randalierer vier Polizisten. „Einer wurde so verletzt, dass er den Diensts in der Nacht nicht mehr fortsetzen konnte“, sagt Arenz. Es wurden „unzählige Platzverweise“ ausgesprochen, außerdem Anzeigen wegen Widerstand und Beleidigung aufgenommen. Zwei 18 und 22 Jahre alten Brüdern aus Titz wurden Blutproben entnommen.

Um 22.30 Uhr war die Polizei bereits schon einmal wegen randalierender Personen zum Veranstaltungsort gerufen worden, hier konnte die Situation aber zunächst beruhigt werden. Christian Klems, Ortsvorsteher von Welldorf, findet es schade, dass die Vorkommnisse im Außenbereich Einfluss auf die Feier hatten. „Auf dem eigentlichen Platz war es ruhig, da hat man von der aufkommenden Unruhe nichts gemerkt.“ Klems wohnt nicht weit vom Veranstaltungsgelände entfernt und konnte schon am frühen Abend „Zusammenrottungen“, wie er sie nennt, beobachten. „Ich führe die Randale auf den Alkoholpegel zurück“, sagt er.

Ob die Ausschreitungen Einfluss auf den Tanz in den Mai im kommenden Jahr haben wird, ließ der Maiclub noch offen. Man wolle sich in den kommenden Tagen mit allen Beteiligten zum Gespräch treffen. „Christian Klems und ich sind uns einig, dass von allen Seiten Redebedarf besteht“, sagt Wasel.

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