Titz: Mädchengymnasium Jülich: Titz würde Zuschuss zahlen

Titz: Mädchengymnasium Jülich: Titz würde Zuschuss zahlen

Die Gemeinde Titz ist bereit, sich beim Mädchengymnasium Jülich (MGJ) finanziell zu engagieren. Vorausgesetzt, andere Kommunen, deren Schülerinnen ebenfalls die Jülicher Privatschule besuchen, beteiligen sich gleichfalls an dem Zuschuss für den Schulträger. Das hat der Gemeinderat beschlossen.

Doch es gab Bedenken. „Der Träger ist für uns nicht hinnehmbar. Opus Dei ist eine reaktionäre Vereinigung mit sektenähnlichem Charakter”, erklärte Dirk Simons, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Grüne. „Da gibt es nur ganz wenige Lehrer, die nichts mit Opus Dei zu tun haben”, fügte Simons hinzu. Mehrheitlich befürwortete der Rat dann dennoch einen finanziellen Zuschuss an das Gymnasium.

Hintergrund ist die Tatsache, dass der Trägerverein an den Kreis Düren herangetreten ist, um über eine dauerhafte finanzielle Unterstützung zu diskutieren. Im November 2011 fand dann ein runder Tisch statt, an dem sich die Kommunen trafen, aus denen mehr als 40 Schülerinnen das MGJ besuchen. So war auch eine Vertretung aus Titz anwesend, sind doch gegenwärtig 87 Schülerinnen aus der Gemeinde an dieser Ersatzschule dort angemeldet.

Nach überschlägigen Rechnungen würde sich der Titzer Anteil auf etwa 5100 Euro belaufen. Dies entspräche nach der Vergleichsrechnung auch der Summe, die als Zuwendung über den Kreis Düren bereits für das Gymnasium Haus Overbach bezahlt wird.

Denn im Januar 2003 beschloss der Titzer Rat, sich an der finanziellen Absicherung des Ordensgymnasiums in Barmen zu beteiligen. Der Zuschuss wird entsprechend der jedes Jahr neu ermittelnden Schülerzahl ermittelt.

Der Vertrag läuft bis Ende 2012, verlängert sich aber nun um zwei Jahre, da der Rat dies einstimmig beschloss. Zurzeit besuchen 89 Schüler das Gymnasium in Barmen, dafür beträgt der Schulträgeranteil 10 400 Euro. Träger dieser Ersatzschule sind die Oblaten des Heiligen Franz von Sales.

Ein ähnliches Modell strebt nun das Mädchengymnasium an, denn das Bistum Aachen sieht sich seit 2006 nicht mehr in der Lage, die im Jahre 1972 vertragliche zugesicherte Übernahme des eigentlich vom Träger zu erbringenden Eigenanteils zu übernehmen. Der liegt nach Angaben des Trägers bei rund 120 000 Euro im Jahr.

Hälfte vom Kreis

Würde der Kreis nun die Hälfte dieses Fehlbetrages für die Dauer von fünf Jahren übernehmen, müssten die Kommunen, deren Schülerinnen das Mädchengymnasium besuchen, entsprechend dem Fördermodell für Haus Overbach von den verbliebenen Kosten zwei Drittel stemmen.

Ein Drittel der Kosten übernimmt die Stadt Jülich. Bestehend aus Tilgung eines Schulbaudarlehnes und bereits eingesetzten Mitteln aus dem Konjunkturpaket II für zwei Fensterfronten und die Modernisierung von naturwissenschaftlichen Räumen.

Träger des MGJ ist die Fördergemeinschaft für Schulen in freier Trägerschaft, deren Vorsitzender der ehemalige Oberbürgermeister von Aachen, Kurt Malangré (CDU), ist. Mitglieder der Prälatur Opus Dei, so die offizielle Angabe der Fördergemeinschaft, „arbeiten im Schulträger und im Kollegium verantwortlich mit”.