Luzia Schlösser übernimmt das Glasmalerei-Museum in Linnich

Luzia Schlösser übernimmt das Glasmalerei-Museum in Linnich : Neue Leiterin spielt eine Doppelrolle

Luzia Schlösser verantwortet seit 15 Jahren das Nideggener Burgenmuseum und ab sofort auch das Linnicher Glasmalerei-Museum.

Zwischen den beiden Museen, die künftig Luzia Schlössers Leben prägen werden, liegen 45 Kilometer. „Man lernt auf dem Weg die ganze Bandbreite des Kreises kennen“, kann die Leiterin des Nideggener Burgenmuseums und seit dem 1. Januar auch des Deutschen Glasmalerei-Museums Linnich der Distanz auch eine positive Seite abgewinnen. Innerhalb von 15 Jahren in Leitungsfunktion hat Schlösser das Burgenmuseum zum besucherstärksten im Kreis Düren ausgebaut, in Linnich schlägt sie nach der 13-jährigen Ära von Museumsleiterin Dr. Myriam Wierschowski ein neues Kapitel auf und schlüpft gleichzeitig in eine Doppelrolle als Verantwortliche an der Spitze beider Museen.

„Das ist eine Herausforderung und eine Chance für beide Häuser und Teams“, umschreibt Schlösser die neue Konstellation. Sie persönlich bleibe künftig nicht nur „geografisch in Bewegung, sondern auch geistig und kulturell“.

Der Vorstand der Stiftung Deutsches Glasmalerei-Museum war Ende 2017 von Dr. Wierschowski über deren Wunsch informiert worden, Ende 2018 das Haus verlassen zu wollen. Somit bestand genügend Zeit, die Nachfolge zu regeln.

Diesmal keine Ausschreibung

„Wir mussten das nicht übers Knie brechen“, sagen Geschäftsführer Carlo Aretz und sein Vorgänger Jakob Waldhausen, der ebenfalls dem Vorstand angehört, der die Museumsleitung bestellt. Aufgrund der Erfahrungen in der Vergangenheit, als das Museum mit Bewerbungen förmlich überflutet wurde, nahm der Vorstand Abstand von einer erneuten Ausschreibung der Stelle.

Stattdessen wurde nach intensiven Gesprächen mit dem Landschaftsverband Rheinland und dem Kreis Düren von der „Findungskommission“ das Intendanzmodell favorisiert. So erfolgte das erste Gespräch mit Luzia Schlösser bereits am 23. März vergangenen Jahres, dem weitere folgen sollten, nachdem sie ihre grundsätzliche Bereitschaft erklärt hatte, in Personalunion beide Museen zu leiten.

Kooperation schon 2005

Luzia Schlösser freut sich auf ihre neue Aufgabe in Linnich: Im Kontext ihrer Arbeit im Burgenmuseum befasste sie sich vor allem mit dem Handwerk der Glasherstellung und der Glasmalerei des Mittelalters und der Renaissance auf Burgen und in Kirchen.

So vereinbarte Luzia Schlösser bereits 2005 mit ihrer Vorvorgängerin Dr. Iris Nestler eine Kooperation beider Museen. Besonders die Wechselausstellungen des Glasmalerei-Museums in den Räumen des Burgenmuseums, welche die Glasmalerei des 19. bis 21. Jahrhunderts repräsentieren, begeisterten sie zunehmend, denn diese eröffneten ihr den Blick auf weitere Kunstsparten.

Diese Kooperation soll selbstverständlich fortgesetzt werden, um die Vernetzung der Museen weiter zu forcieren. Luzia Schlösser sieht darin eine „wunderbare Win-Win-Situation“ für beide Häuser. Bei der Vorstellung im Glasmalerei-Museum nahm Schlösser die Gelegenheit wahr, mit dem Museumsteam die Präsenz in den ersten Wochen des Jahres zu besprechen und gemeinsam Präsenz- und Arbeitspläne zu besprechen. Sie selbst wird tageweise in einem der beiden Häuser sein, zunächst verstärkt in Linnich.

Da Luzia Schlösser an Ort und Zeit gebunden ist, wird die „Intendantin“ in Linnich und Nideggen personell unterstützt. Im Glasmalerei-Museum übernimmt mit Dr. Christine Wolff eine promovierte Kunsthistorikerin die Assistenz, die in Linnich bereits für ein Projekt der Viktor-Rolff-Stiftung tätig war, das gerade ausläuft, so dass sie zum 1. Februar die Stelle übernehmen kann.

Vergleichbar ist die Lösung fürs Burgenmuseum, wo indes zwei Personen Luzia Schlösser zur Hand gehen. Andrea Amrein übernimmt Aufgaben in der Verwaltung, während sich die Kunsthistorikerin Dr. Daniela Roesing schwerpunktmäßig um den Ausstellungsbereich kümmert.

Für das Ausstellungsjahr 2019 ist bislang im Linnicher Museum für März eine Schau zum national und international renommierten Glasmaler Johannes Schreiter geplant, die noch von Schlössers Vorgängerin initiiert worden ist. Ansonsten möchte die neue Museumsleiterin in Linnich bei Entwicklung und Umsetzung einer neuen Konzeption schrittweise vorgehen, bevor das Haus nach einem Jahr des Übergangs „2020 neu aufgestellt eine große Ausstellung“ präsentieren möchte. Das Thema mochte Luzia Schlösser indes noch nicht verraten.

(ahw)