Jülich: Luther steht beim Konzert der Juliacum Brassers im Blickpunkt

Jülich : Luther steht beim Konzert der Juliacum Brassers im Blickpunkt

Wie könnte es anders sein, dem Reformationsjahr und Martin Luther widmeten sich die Juliacum Brassers beim alljährlichen Konzert in der Jülicher Christuskirche. Hoch erfreut waren sie über die vielen Zuhörer, die in Erwartung eines außergewöhnlichen Konzertes gekommen waren.

Und sie wurden nicht enttäuscht, denn nicht nur Choräle oder Musikstücke aus der Feder des Theologen, der nicht nur die Kirche sondern auch die Musik reformierte, standen auf dem Programm. Den musikalischen Bogen spannte das Bläserquartett mit Andreas Trinkauf, Klaus Luft, Johannes Meures und Martin Schädlich vom Spätmittelalter bis in die Neuzeit.

Dabei wagten sie einen ungewöhnlichen Einstieg und wickelten mit „Sortie“ von Jacques Charpentier das Programm von hinten auf. Wer das Quartett kennt, weiß dass sie ihre Musik auch schon einmal mit einem Augenzwinkern spielen. So sagte Johannes Meures: „Uns gefiel dieses Stück einfach so gut zum Anfang, weil Glocken darin klingen“, „Luther, Laster, Leidenschaft“ hatten sie ihr Konzert betitelt, denn die Leidenschaft — bei ihnen zur Musik, bei Luther zur Reformation — ist es, die sie verbindet. Luther frönte auch schon mal dem Laster, denn er liebte Wein, Weib und Gesang. Dieses gleichnamige Stück von Johann Strauß hatten die vier Bläser ebenfalls ins Programm aufgenommen.

Luther war es auch, der den einfachen Menschen den Glauben näher bringen und erklären wollte und so fanden sie Andrew Lloyd Webbers „Jesus Christ Superstar“ alles wunderbaren Kontrapunkt zu Stücken wie „Danse Macabre“ von Saint Saens oder die von den gregorianischen Chorälen inspirierten Komposition „Da pacem Domine“ von Arvo Pärt. Es stand auch Luthers musikalische Arbeit mit „Verleih und Frieden gnädiglich“ und Variationen von Magdalena Schauß-Flake, Hugo Distler und Bach auf dem Plan. Das „Quartett“ von Arthur Frackenpohl in völlig unterschiedlichen Tempi und die Hommage Tot he noble Grape von Goff Richards rundeten das Programm ab. Zum Schluss erklang noch Händels „Halleluja“.

Für Bläser überarbeitet hat das Quartett die jeweiligen Stücke selbst, die sie hervorragend umsetzten, so dass die Zuhörer sichtlich den Abend genossen.

(Kr.)