Jülicher Land: Lotto-Annahmestellen kämpfen mit steigenden Kosten

Jülicher Land: Lotto-Annahmestellen kämpfen mit steigenden Kosten

Wer Lotto spielt, freut sich über eine Lotto-Toto Annahmestelle direkt um die Ecke. Auf dem Land ist das keine Selbstverständlichkeit. Da sind die Wege schon mal länger. Jetzt warnt der Lotto-Toto-Verband NRW vor einem Aus der 320 Filialen in NRW.

Denn: Die Bezirksregierung hat ab dem 1. Oktober die Gebühr für die Lizenz zum Verkauf der Lottoscheine erhöht und das gleich um das Zwölffache. Die Lizenz wird für fünf Jahre erteilt, zukünftig sind statt 100 Euro gleich 1250 Euro zu zahlen. Welche Auswirkungen hat diese Erhöhung auf die Filialen im Kreis? Wird es zu Schließungen kommen, wie der Landesverband androht? Hyronymus Joußen von der Lotto-Filiale „Zigarren Schmitz“ in Jülich sieht es nicht ganz so dramatisch: „Es wird nicht dazu führen, dass wir schließen“, stellt er klar, „die Frage stellt sich für uns nicht“. Und dann fügt er noch hinzu: „Wir sprechen von 250 Euro im Jahr“. Allerdings, das räumt Joußen ein, hält er die Gebühr für unangemessen und betont, sich nicht erinnern zu können, eine derartige Preissteigerung jemals erlebt zu haben. Einige Betreiber von Lotto-Filialen im Kreisgebiet reagieren überrascht. „Eine offizielle Mitteilung von Westlotto hat es nicht gegeben“, sagt der Inhaber einer Annahmestelle, dessen Name nicht genannt werden soll.

Die Kosten beziehen sich bei der Lizenzvergabe auf fünf Jahre, wenn das auf einen jährlichen Betrag umgerechnet werde, relativiere sich die Zahl. Ihm sei niemand bekannt, der deswegen seine Lottostelle an den Nagel hänge. Wer allerdings eine neue Stelle eröffne, werde sich das vielleicht nun überlegen. Andere Filialen lehnen eine Auskunft ängstlich ab. Ob sich die Gebühr der Lizenzvereinbarung auf das Geschäft auswirke, hänge vom Umsatz ab und der leide schon durch das zunehmende Internet-Geschäft, ist in den Gesprächen zu hören. Noch ein Punkt macht den Filialen zu schaffen: Im nächsten Jahr muss der Mindestlohn bezahlt werden. Das bedeutet eine weitere Kostensteigerung.

(dmd)