Jülich: "Lippels Traum": KuBa Jülich drei Mal ausverkauft

Jülich: "Lippels Traum": KuBa Jülich drei Mal ausverkauft

Ein Schauspieler-Quartett aus dem Aachener „Das da Theater“ bescherte dem Jülicher KuBa auf Einladung des Kulturbüroleiters Christoph Klemens gleich drei Mal ein volles Haus und scharenweise begeisterte Jülicher Kinder.

„Lippels Traum“ heißt das Abenteuerstück mit Orient-Touch, das auf dem gleichnamigen Jugendroman von Paul Maar basiert und zum Lesen und Träumen einlädt. Der Erfolg der traumhaften Inszenierung gelang mit einer drehbaren Vierfachkulisse auf Rollen, jeweils doppelter bis fünffacher Rollenbesetzung der Akteure, viel Farbe und Geschwindigkeit.

Lesefan Philipp (Maciej Bittner), von allen nur „Lippel“ genannt, muss während der Dienstreise seiner Eltern mit der strengen Frau Jakob (Julia Alsheimer) vorlieb nehmen. Also taucht er ab in „Papas altes Morgenland-Buch“ und erweckt dessen Gestalten zu Leben. Königssohn Asslam (Ali Marcel Vildiz), Schüler des gelehrten Sterndeuters Iskandar, will das prognostizierte Unheil abwenden, indem er eine Woche lang schweigt. Diese Stummheit nutzt seine böse Tante aus, die keine Kinder mag.

Sie entwendet sowohl den erklärenden Brief des Prinzen an seinen Vater als auch des Königs Lieblingsbuch. Gleichzeitig geht Lippel zu Hause zur Schule und lernt Arslan und seine Schwester Hamide (Angela Ahlheim) kennen, die Asslam und Hamide aus seinem Traum zum Verwechseln ähneln. Was ist nun Traum, was Wirklichkeit?

Weil Frau Jakob ihm sein Märchenbuch weggenommen hat, sieht Lippel nur die Möglichkeit, im Traum die weitere Handlung zu verfolgen und Teil der Geschichte zu werden. Er hilft den beiden Königskindern, Abenteuer im Sandsturm und gegen die Palastwachen zu bestehen. Fiktion und Realität vermischen sich: Frau Jakob, die keine Marokkaner im Haus haben will, spielt auch die böse Tante, die Prinz und Prinzessin in die Wüste verbannen möchte.

Sie ist allerdings auch die durchaus freundliche Lehrerin Frau Klose, die dem Publikum im Kuba die neuen Mitschüler aus dem Orient vorstellt. So folgen wilde Szenen mit schwarzgewandeten Wächtern oder Lippel als gewitztem Bazar-Händler in der Orientkulisse auf brave Alltagsszenen in der Schulbank. Märchengetreu endet die Handlung gut. Zu Hause sorgt Nachbarin Frau Peschke dafür, dass Frau Jakob ihren Rückzug antritt, im Orient wird die böse Tante überlistet. Rhythmische, extra für diese Inszenierung komponierte „Das da-Kinderlieder“ wurden dazu auf der Bühne live gesungen. Donnernder Applaus belohnte das Schauspielerteam.

(ptj)
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