Linnicher Kaufleute krempeln wieder die Ärmel hoch

Jahreshauptversammlung der Werbegemeinschaft : Linnicher Kaufleute krempeln wieder die Ärmel hoch

Der Wille zum gemeinsamen Neustart mit der Stadt Linnich und anderen Vereinen nach einem von besonderen Schwierigkeiten geprägten „Sabbatjahr“ war Tenor der Jahreshauptversammlung der Linnicher Werbegemeinschaft im Lokal „Karla & Röschen“.

Im Vorfeld seines Rechenschaftsberichtes rückte Vorsitzender Rudi Venrath zunächst auf seine Person gerichtete Falschinformationen ins rechte Licht, wobei es sich um „Rufschädigung sehr weit unter der Gürtellinie gehandelt habe“. „Ich bin nicht im Gefängnis gewesen, habe nicht meinen Chef geprügelt, habe keine Steuern hinterzogen und ähnliches mehr“, betonte Venrath. Aus diesen Gründen hatte er „für einen gewissen Zeitraum das Amt des Vorsitzenden niedergelegt“. Die Arbeit der 59-köpfigen Werbegemeinschaft ruhe nur „auf wenigen Schultern“, namentlich genannt wurden die Familien Venrath, Rockmann und Richter. „Wir sollten näher zusammenrücken“, war der Satz, der in dieser oder anderer Formulierung mehrfach fiel. Zwischenzeitlich habe es sogar Überlegungen gegeben, „den Verein in Ruhe zu stellen“. Für eine solche Ruhestellung auf Zeit sei aber eine kostspielige Satzungsänderung notwendig gewesen, zudem ginge das „Vereinsvermögen an die Stadt Linnich“. Die anwesenden Mitglieder trugen die Vorstandsentscheidung mit, den Verein im Ist-Zustand weiterzuführen. Mehrfach wurde angeregt, jetzt „ranzuklotzen“, eigene Events ins Leben zu rufen und Angebote der Stadt Linnich zu nutzen. Außerdem will man „lieber Geld für soziale Zwecke spenden“ als die Vereinsgelder an die Stadt fließen zu lassen. Mitglieder motivierten ferner dazu, mit der entsprechenden Erlaubnis toll dekorierte Schaufenster auf Facebook und auf der Website zu präsentieren, deren Pflege allerdings auch etwas „ins Stocken geraten“ sei. Andere betonten ihren „Frust“ und gestanden: „Ich habe einfach keine Lust mehr, was zu machen. Man muss ja auch den Input kriegen und den kriegst du nicht“. Hintergrund der Gesamtproblematik ist die zeitaufwändige Baustellensituation, auf „Missverständnissen“ basierende Schwierigkeiten mit der Stadt Linnich und vom Vorstand herausgestellte Akzeptanzschwierigkeiten beim Stadtmarketingverein „Wir in Linnich“. Und das, obwohl die Werbegemeinschaft „geborenes Mitglied“ im dortigen Vorstand sei. „Wir sind ausgebootet worden, wir haben uns als unerwünschte Personen gefühlt“, stellte der Vorsitzende im Bezug auf den Vorsitz des Stadtmarketingvereins heraus. Diese Tatsache wurde allerdings von anderen Werbegemeinschaftsmitgliedern in Frage gestellt. Die gute Nachricht ist, dass die Schwierigkeiten mit der Stadt inzwischen durch ein klärendes Gespräch mit der Bürgermeisterin ausgeräumt wurden. Somit werden im laufenden Jahr unter anderem wieder Weihnachtsbäume aufgestellt und die Weihnachtsbeleuchtung installiert. Ferner wird am 12. April ein von der Werbegemeinschaft initiiertes, aber mit Stadt und Handel gemeinsam aufgelegtes „Osterschoppen“ veranstaltet. Dazu zählen ein „Eiertitsch-Wettbewerb“ mit unabhängiger Jury und von der Werbegemeinschaft gesponserten Preisen, Osterhase und Küken laufen durch die Stadt. Zudem wird ein unpolitisches „Klöntreffen“ nach Art des Jülicher Feierabendmarktes geboten (detaillierter Bericht folgt). Das im Rahmen der Baumaßnahmen vorgeschriebene Baustellenfest der Stadt Linnich am 10. Mai wird von der Werbegemeinschaft unterstützt. Angedacht ist ferner eine „Beach Party“ im Sommer. „Viele Ideen“ sammelt zur Zeit der vereinsübergreifende „Arbeitskreis Innenstadt“, wo ausnahmslos jeder Interessierte zur Mitarbeit eingeladen ist. Die einzige Veranstaltung der Werbegemeinschaft im Sabbatjahr war die „Kindermeile“, die allerdings mit viel Unterstützung „hervorragend“ lief. „Der Wille ist also noch da, darauf kann man aufbauen“, folgerte Venrath.

(ptj)
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