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Opfergedenken in Linnich: Termin für die Stolpersteine steht

Opfergedenken in Linnich : Termin für die Stolpersteine steht

Die Privatinitiative von Reiner Havertz hat Erfolg: Im Januar sollen die ersten Stolpersteine im Nordkreis verlegt werden.

Der Termin für die erste Verlegung von Stolpersteinen im Nordkreis steht fest. Auf Initiative von Reiner Havertz werden vor seinem Haus in der Brachelener Straße drei Stolpersteine zum Gedenken an Erna und Max Gottschalk, die mit ihrer Tochter Lieselotte früher in dem Haus gelebt und gearbeitet haben, verlegt. Die Familie wurde 1942 zunächst in der Kirchberger Villa Buth interniert und später ins Getto nach Izbica in der Nähe von Lublin ins besetzte Polen deportiert, wo sie ermordet wurden.

Havertz, dessen Eltern das Haus in der Brachelener Straße Anfang der 1970er Jahre erworben hatte, war nur durch einen Zufall durch einen Artikel des Linnicher Geschichtsvereins darauf gestoßen, dass früher eine jüdische Familie in dem Haus gelebt hatte. Havertz recherchierte das Schicksal von Erna und Max Gottschalk, die beide taubstumm waren und in dem Haus eine Schneiderei betrieben. Das Schicksal ihrer Tochter Lieselotte hat Havertz besonders berührt, „weil sie fast im gleichen Alter war wie ich, als wir in dieses Haus eingezogen sind. Wir werden als Kinder im selben Hausflur und im selben Garten gespielt haben.“ Also entschied er sich spontan, der Familie mit drei Stolpersteinen vor seinem Haus zu Gedenken.

Einem entsprechenden Antrag hatte der Rat der Stadt Linnich Ende Juni zugestimmt. Inzwischen konnte Havertz nun auch mit dem Künstler Gunter Demnig, der die von Hand gefertigten Messing-Gedenktafeln mitsamt Stein selbst verlegt, einen entsprechenden Termin abstimmen. Der soll am Samstag, 27. Januar, stattfinden.

Parallel werden ebenfalls in Linnich noch an einer zweiten Stelle drei weitere Steine verlegt. Und es dürften nicht die letzten Gedenksteine für die Opfer des NS-Regimes gewesen sein. Havertz: „Bei mir haben sich inzwischen zehn Menschen gemeldet, die die Kosten für Stolpersteine übernehmen möchten.“

(bugi)