Linnich: Warten auf das Autobahnschild für das Glasmalereimuseum

Die Linnicher warten noch : Autobahnschild für Glasmalerei-Museum

Ihr „Zehnjähriges“ hat die „Operation Autobahnhinweisschild“ schon vor einem Jahr gefeiert. Und seit zwei Jahren ist die Genehmigung durch: Das Glasmalerei-Museum Linnich darf an der Autobahn mit einem Hinweisschild auf sich aufmerksam machen.

Aber noch ist alle Theorie grau, und kein braunes Hinweisschild aufgestellt. Immerhin: Es existiert schon ein Schild-Entwurf. Der wurde den Mitgliedern des Ausschusses für Kultur, Sport, Generationen und Soziales jüngst vorgestellt. Allerdings trat Ausschussvorsitzender Stefan Wenders (CDU) entschieden auf die Jubelbremse: „Es fehlen noch ein paar Kleinigkeiten.“ Die Bezirksregierung hatte den Prototypen des Hinweisschildes schon begutachten dürfen – und die Stirn krausgezogen, was bedeutete: „Das geht so nicht.“ An dem Entwurf muss grafisch noch radiert und nachgearbeitet werden, bevor er die strengen Kriterien erfüllt, die an eine Autobahntafel gestellt werden.

Das geht schon bei der Schrift los. Braun auf weißem Grund, wie im Linnicher Entwurf, geht gar nicht. Weiß hat die Schrift zu sein, und zwar auf braunem Grund. Einheitlich muss die Schriftgröße sein, einheitlich auch in der Schriftart, also kein Gemixe von Arial bis Wide Latin, und bittschön kein Roman. Zwei Textzeilen müssen genügen.

Der Ausschuss nickte den Änderungsauftrag ab, den der Grafiker erhält, um das Glasmalerei-Museum endlich in Blech pressen zu lassen. Den geänderten Entwurf bekommt der Ausschuss nicht mehr zu Gesicht. Die nächste Sitzung wäre nämlich erst im September. Um keine Zeit zu verlieren, geht die Änderung direkt an die Bezirksregierung.

„Und wann ist mit der Aufstellung zu rechnen“, kam prompt die Frage aus dem Ausschuss. Peter Leufen (CDU) lieferte mit seiner Antwort den Beweis, dass Kommunalpolitiker im Gegensatz zu manchen Bundespolitprofis offenbar über großen Realitätssinn verfügen. Das dürfte sich terminlich mit der Eröffnung des Berliner Flughafens decken, unkte Leufen. Nie dürfte man sich so innig gewünscht haben, dass er Unrecht hat.

(ojo)
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