Linnich: Eine Straße aus der Schublade holen

Ortsumgehung Linnich-Rurdorf gefordert : Eine Straße aus der Schublade holen

Die Stadt Linnich soll einer Geisterstraße Stofflichkeit einhauchen. Es geht um die Landesstraße 228n. Die existiert bislang nur auf Plänen und fristet als solche ein unbeachtetes Dasein.

„Dieses Thema ist in den vergangenen 25 Jahren vernachlässigt worden“, begründete in der jüngsten Sitzung des Linnicher Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt SPD-Fraktionschef Hans-Friedrich Oetjen einen Antrag, der die L228n dem Regionalrat der Bezirksregierung Köln nachdrücklich in Erinnerung bringen soll.

Die Problematik ist bekannt. Die Landesstraße 228 durchquert den Nordkreis von Eschweiler kommend Richtung Dremmen im Kreis Heinsberg. Ihre neuralgischen Bereiche sind die Ortsdurchfahrten in Merzenhausen und Rurdorf sowie die Ortsdurchfahrt in Linnich. Von der Kreuzung mit der B57 nimmt sie ihren Verlauf über Lindern und Randerath nach Dremmen.

Merzenhausen und Rurdorf kommen einem Nadelöhr gleich – vor allem für den Schwerlastverkehr. In Linnich verschärft sich die Situation abermals, weil der Verkehr den innerstädtischen Kreisel (Löffelstraße-Altwyk-Kirchstraße) zur Mahrstraße durchqueren muss. Die Verkehrsbelastung war der schwerwiegendste Grund der Planung einer Westumgehung Rurdorf-Linnich. Denn der Trassenverlauf der L228neu würde diese Problematik entschärfen. Die Landesstraße wird in den Außenbereich verlegt und lässt Rurdorf und Linnich buchstäblich rechts liegen.

Einen Umstand, der die „vergessene“ Neu-Trasse der L228 wieder in Erinnerung brachte, machte Oetjen im Nachbarkreis Heinsberg aus. Da werde ganz offen über den Anschluss des neuen Industriegebietes Lindern-Randerath an die Landesstraße 228 diskutiert. „Und dann geht der ganze Verkehr über die Prämienstraße in die Löffelstraße“, orakelte Oetjen. Nicht zuletzt wegen der innerörtlichen Verkehrsführung im Rahmen des Integrierten Handlungskonzeptes und der Entwicklung der für den Allgemeinen Siedlungsbau (ASB) vorgesehenen Flächen beantragte die SPD-Fraktion, die zuständigen Behörden zu sensibilisieren. Die Maßnahme L228n soll aus der Schublade hervorgeholt und im Landesstraßenbedarfsplan mit der Umsetzungspriorität „vorrangig planen“ aufgenommen werden.

Geschlossene Zustimmung

Dem Antrag als Empfehlung an den Stadtrat stimmte der Ausschuss geschlossen zu. Die Verwaltung zeigte sich ebenfalls angetan von dem Vorstoß, hob allerdings mahnend den Finger. Der Einsatz für die Westumgehung dürfe nicht zu Lasten der alten L228 gehen. Die soll in der Ortsdurchfahrt Rurdorf (Prämienstraße) saniert werden. Bei dieser Maßnahme steht die Stadt seit einiger Zeit in Kontakt mit dem Straßenbaubetrieb NRW.

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