Linnich: Linnich bereitet die Corsten-Nachfolge vor

Linnich : Linnich bereitet die Corsten-Nachfolge vor

Redebedarf ist vielfach ein untrügliches Zeichen dafür, dass eine Situation geklärt werden muss — meist eine unangenehme. Bei Finanzen ist das fast immer der Fall. Unter dieser Perspektive betrachtet, ist in Linnich finanziell alles im grünen Bereich.

Denn als Ausschussvorsitzender Hans-Friedrich Oetjen (SPD) die Mitglieder des Finanz- und Personalausschusses aufforderte, den Finanzbericht der Verwaltung über die Haushaltsentwicklung im 1. Halbjahr 2018 zu kommentieren oder Fragen zu stellen, schwieg das kommunalpolitische „Fachpersonal“. Bericht und Lage wurden unkommentiert zur Kenntnis genommen.

Hauptgrund ist natürlich, dass sich der Haushalt weitgehend nach Plan entwickelt. Weitgehend, wenn man auf das Ende blickt. Die Kämmerei hat signalisiert, dass am Jahresende sogar „von einer Verbesserung des Haushaltsergebnisses auszugehen“ sei. Träger dieser Botschaft ist in erster Linie die Gewerbesteuer. Sie hält sich auch in Linnich an den Bundestrend und sprudelt ergiebig. Im ersten Halbjahr nahm die Stadt rund 371.000 Euro über Plan ein, wobei die Einnahmeerwartung bei der Etataufstellung sowieso schon um 600.000 Euro hochgeschraubt worden war.

Planvoll verläuft eine andere, für die Stadt wichtige Ent- oder besser Abwicklung. In gut einem Jahr wird Beigeordneter Hans-Josef Corsten in den wohlverdienten Ruhestand wechseln. Über die Zeit „nach Corsten“ denkt man in politischen Kreisen schon länger nach. Nun wird's konkreter. Die Stadt wird einen neuen Beigeordneten suchen.

In nicht-öffentlicher Sitzung erteilte der Ausschuss der Verwaltung den Auftrag, die Stellenbeschreibung des künftigen Beigeordneten vorzubereiten. Ende des Jahres sollen die Fraktionen diese Stellenbeschreibung abschließend beraten, bevor sie „scharf“ gemacht wird. Einen planmäßigen Verlauf mit Ausschreibung, Sondierung der Bewerbungen, Vorstellungsgespräch und Wahl vorausgesetzt, sieht Bürgermeisterin Marion Schunck-Zenker ihren neuen allgemeinen Stellvertreter ab Juli 2019 an ihrer Seite. Ob das ein „normaler“ sein wird oder ein Technischer Beigeordneter, wie von der SPD in die Überlegung gebracht, ist noch offen.

Wer auch immer das Rennen macht, ihm (oder ihr) wird der Einstieg geebnet. Hans-Josef Corsten wird seine Nachfolge einige Monate einweisen können. Und der/die Nachfolger/in wird von Corstens ungemein profunden Fachwissen profitieren können.

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