Linnich: Baugebiete in Boslar und Kofferen sind auf dem Weg

Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung stellt die Weichen.: Baugebiete in Boslar und Kofferen sind auf dem Weg

Dass Mühlen langsam mahlen, ist sprichwörtlich. Das Gute an dem Sprichwort: Am Ende kommt Mehl heraus – oder welches Mahlprodukt auch immer. Im vorliegenden Fall sind es Baugrundstücke, die das Mahlwerk ausspuckt.

Knapp drei Dutzend an der Zahl in den beiden Linnicher Ortschaften Kofferen und Boslar. In seiner jüngsten Sitzung hat der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt die Endphase eines Prozesses angestoßen, der schon seit Jahren in der Schwebe ist. Die Überlegungen zu Baugebieten in den beiden Ortschaften reichen zurück ins Jahr 2011.

Nachdem in der Dorfbevölkerung abgefragt worden war, ob überhaupt Bedarf an Bauplätzen im Ort bestünde, wurde bereits damals vom Stadtrat der Grundsatzbeschluss zur Ausweisung neuer Baugebiete in Kofferen und Boslar gefasst. In beiden Fällen geriet die tatsächliche und zeitnahe Umsetzung des Vorhabens ins Stocken.

Beide Neubaugebiete „einsacken“

Um im Bild zu bleiben: Sand im Getriebe brachte das Mahlwerk zum Stillstand. Nun sollen diese beiden Neubaugebiete also endlich eingesackt werden. In beiden Fällen ist als „Werkzeug“ der Verwirklichung die Entwicklungsgesellschaft NRW.Urban vorgesehen. Sie war in der Vergangenheit der „Generalpartner“ der Stadt beim Aufschluss von Baugebieten in der Kernstadt und den Ortschaften.

In Kofferen umfasst das Baugebiet im Bereich Rosenweg 17 Grundstücke in der Größe von knapp 500 bis rund 600 Quadratmetern. Pikant an diesem Baugebiet: Nach einigem Hickhack mit der Bezirksregierung hatte diese nach zwei ablehnenden Bescheiden im dritten Anlauf einer notwendigen Änderung des Flächennutzungsplans Zustimmung signalisiert. So ganz sicher scheint man sich im Linnicher Rathaus nicht zu sein, ob man dem (Bau)Frieden trauen kann. Die Verwaltung hatte in der Vorlage für den Ausschuss deshalb eine Fußnote angeführt: „Ob die dortige Dienststelle (Anm. d. Red.: Bezirksregierung) sich zum heutigen Zeitpunkt noch an ihre Entscheidung von 2013 gebunden fühlt, ist vor Aufnahme einer konkreten Bauleitplanung abzufragen.“

Verhandlungen mit NRW.Urban

Mit dem Votum des Ausschusses im Rücken wird diese Abfrage unumgänglich. Auch mit NRW.Urban wird noch verhandelt werden müssen. Wie die Bürgermeisterin auf Nachfrage von Uli Meuser (PKL) erklärte, sind die wirtschaftlichen und finanziellen Voraussetzungen mit der Entwicklungsgesellschaft noch nicht abschließend geklärt.

Planungsrechtlich einen guten Schritt weiter ist die Stadt beim Neubaugebiet in Boslar. Dort soll mit dem zu erwartenden Ratsbeschluss in der kommenden Woche der Bebauungsplan „Heideweg-Nordachse“ aufgestellt werden. Dort sind von NRW.Urban die notwendigen Flächenankäufe im vergangenen Monat abschließend verhandelt worden. Am Heideweg sollen 13 Baugrundstücke von rund 500 Quadratmetern Größe die Bevölkerungszahl des Ortes stabilisieren, wie es in einem Ziel der Leitplanung zur Stadtentwicklung formuliert wird.

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