Jülich: Lesung: Jülicher Schüler erleben Reise zum Glück

Jülich: Lesung: Jülicher Schüler erleben Reise zum Glück

„Ich heiße Josef Koller und ich schreibe Bücher für Kinder, damit ihr Spaß am Lesen habt“. So brachte der Kinderbuchautor, der mit seiner Frau und seinen beiden Kindern an der Nordsee wohnt, in Jülich auf den Punkt, was ihm wichtig ist: die Leseförderung von Grundschülern.

Auf seiner Lesereise durch ganz Deutschland mit rund 300 Lesungen jährlich machte er Station an der Linnicher Straße.

Zaubereinlage

Die 250 Schüler der Katholischen Grundschule, aufgeteilt in drei Durchgänge, erlebten eine lustige, lebendige Lesung mit Zaubereinlage und Gesprächsrunde. Sie hatten mächtig Spaß dabei.

Das erste Buch, aus dem Koller passagenweise vorlas und die Handlung mit markanter Gestik und Mimik zum Leben erweckte, hieß „Reise zum Glück“. Die Glückssuchenden sind Fuchs, Hund und Katze, die mit dem „Sausebrett“ in rasanter Fahrt unterwegs sind.

Das heißt, Holzbrett und Springseil hat der Fuchs spielenden Kindern auf dem Spielplatz gestohlen, weil er selbst nicht gut laufen kann, die Kinder aber schon. Zunächst fungiert allein der Hund als Zugpferd. Weil die schnelle Fahrt zwar voller Abenteuer, aber zu gefährlich ist, wird die Katze, ihrerseits taub, aber mit guten Augen ausgestattet, als Lenkerin eingesetzt. Sie denkt sich machtbewusst: Heute sitzt ich auf einem großen Hund und der macht, was ich will“. Auf der Suche nach dem Glück begegnen sie dem „lügenden und stinkenden“ Raben des Zauberers Ratapin. Ihm laufen viele Zuschauer seiner schlechten Zauberkunst wegen weg. Wird der Rabe dann von den Leuten nach der Straße des Glücks gefragt, schickt er sie zurück zum Zauberer.

Natürlich fungierten jetzt die Schulkinder gemeinsam mit Fuchs, Hund und Katze als Zuschauer in der magischen Zauberhöhle, die aber hell und freundlich ist. Der Hund, der nur Hackbraten anstelle vom gesundem Obst essen will, verlangt, einen solchen hergezaubert zu bekommen.

Lachende Kinder

Das gelingt Ratapin auch nach dem dritten Male nicht, sehr zur Freude der lachenden Kinder. Aber bedeutet Glück letztendlich nicht mehr als nur Hackbraten? Wem die Lesung und so auch das Buch gefallen hat, für dessen Eltern liegen Zettel für die Buchbestellung bereit.

Dann verdeutlichte Koller seine Vorgehensweise, leere Seiten immer wieder mit Text zu füllen und diesen stets Korrektur zu lesen, bis daraus ein Buch entsteht.

Zum Tippen an den Computer setze er sich erst, wenn 100 fertige Seiten vor ihm liegen. „Jetzt habe ich aber ein Mikrofon und diktiere meinen Text in den Computer“, erzählte der Autor strahlend, um hinzuzufügen, dass dieser aber nicht fehlerlos schreibt. „Also passt auf, was der Computer so macht“, ermunterte er die Schüler.

Mäuse im Schloss

Am Ende seiner Lesung stellte er in aller Kürze sein Buch „Mäuse im Schloss“ vor und beschrieb seinen Spaß beim Schreiben, „wie der Junge sich immer aufregt“. „Wie macht man einen (Buch-)Umschlag?“, lautete eine Frage aus dem Schülerkreis.

„Die Malerin malt ein Bild, ich gebe es in den Computer ein. Die Druckerei druckt das schöne Bild. Alle Buchseiten werden sortiert, geschnitten, zusammengefügt und geklebt“, erläuterte Koller den wissbegierigen KGS-Kindern.

(ptj)