Aldenhoven: Langfristiges Sichern des Schulstandortes hat Priorität

Aldenhoven : Langfristiges Sichern des Schulstandortes hat Priorität

Mit einigem Erstaunen nimmt der Rat der Gemeinde Aldenhoven die Kritik am beschlossenen Umzug der Gesamtschule Aldenhoven Linnich (GAL) vom Pestalozziring in die auslaufende Haupt- und Realschule an der Schwanenstraße auf. Die Vorsitzenden der vier Fraktionen im Rat nehmen Stellung.

„Die im Dezember 2017 getroffene Entscheidung bezüglich des Schulumzuges wurde von der Verwaltung der Gemeinde Aldenhoven seit mehreren Jahren vorbereitet und mit verschiedenen Fakten, Entscheidungen und Gutachten unterlegt. Diese Entscheidung erfolgte auf Grund der durch die Verwaltung vorgelegten Informationen einstimmig und damit inklusive der Stimme des Bürgermeisters. Es verwundert daher, wenn der Versuch unternommen wird, ein anderes Bild zu zeichnen.

Bereits im Jahr 2009 war von den Räten in Linnich und Aldenhoven eine gesplittete Schule (horizontale Trennung) mit den Klassen 5-8 in Aldenhoven und 9-13 in Linnich beschlossen und von der Bezirksregierung genehmigt worden. Hierauf wurde in enger Abstimmung mit allen Beteiligten sowohl die Besetzung mit Lehrerstellen als auch das pädagogische Konzept ausgerichtet. Seit 2014 sind hierzu sogar Leitlinien des Landes als Empfehlungen aus der Bildungskonferenz zu finden. Wer also eine Verlagerung der 8. Klasse dauerhaft nach Linnich fordert, stellt das bereits seit Genehmigung zugrundeliegende pädagogisches Konzept sowie die Entscheidung des Schulministeriums von 2009 in Frage.

Bereits 2009 wurde die Frage des Schulstandortes für die Gesamtschule in Aldenhoven aufgeworfen. Im Hinblick auf eine mögliche Verbreiterung, z. B. durch Rückläufer aus Gymnasien, wurde von den Gutachtern damals bereits empfohlen, eine Gründung an dem Standort Schwanenstraße (ehemalige Hauptschule) vorzusehen. Dem ist der Rat auf Empfehlung der Verwaltung nicht gefolgt, um einen schnellen Start der Gesamtschule in der auslaufenden Realschule zu ermöglichen.

Seit einigen Jahren war es schließlich absehbar, dass die Gesamtschule auch aufgrund der gymnasialen Rückläufer und baulicher Grenzen am Pestalozziring nicht alle Klassen wird unterbringen können. In einer pragmatischen Maßnahme wurden gemeinsam von Rat und Verwaltung der Umzug der auslaufenden Realschule sowie eine für zwei Jahre befristete Beschulung des 8. Aldenhovener Jahrgangs in Linnich beschlossen — bewusst auch um eine schnellere Integration der neuen Schule am Standort Linnich zu fördern. Dabei war allen Beteiligten bewusst, dass diese Maßnahme nur eine Übergangslösung sein kann und eine Schaffung von neuen Klassenräumen durch die in 2009 bereits beabsichtigte Maßnahme des Umzugs erfolgen muss.

Weiteres Gutachten

Auf Basis eines weiteren Gutachtens konnte in 2017 noch einmal bestätigt werden, dass der benötigte Raumbedarf durch einen Umzug der Gesamtschule in den aktuellen Real-/Hauptschulkomplex erreicht werden kann. Eine bauliche Erweiterung des Schulkomplexes am Pestalozziring würde hingegen aufgrund der hohen Bebauungsdichte und der darunter befindlichen Bunkeranlage Kosten im Millionenbereich verursachen. Dies ist in Anbetracht der bekannten wirtschaftlichen Situation der Gemeinde Aldenhoven nicht realisierbar.

In diesem Zusammenhang wurde auch festgestellt, dass der von der Gemeinschafsgrundschule in Aldenhoven geltend gemachte Raumbedarf durch einen Umzug zum Pestalozziring nicht nur gedeckt, sondern sogar deutlich überschritten werden kann. Hier ist somit auch ein zukünftiges Wachstum für die Grundschule möglich.

Alle Maßnahmen der Umzüge und Umbauten können durch vorhandene Fördergelder (z. B. gute Schule 2020) gedeckt werden, so dass zum jetzigen Zeitpunkt keine zusätzliche Belastung des Aldenhovener Haushaltes erfolgen muss. Darüber hinaus können endlich die vorhandenen Mängel (z.B. Toilettenanlagen, etc.) behoben und eine zeitgemäße Gebäudeausstattung erreicht werden.

An diesem Thema wurde bereits seit Jahren in den verschiedenen Gremien wie Bauausschuss, Schulausschuss und Gemeinderat gearbeitet und diskutiert und durch den Beschluss des Rates im Dezember 2017 mit einem Auftrag an die Verwaltung abgeschlossen. Dabei wurden die kommunizierten Wünsche und Raumpläne (inkl. Mensa und Ruheräume für Lehrer) der Rektoren beider Schulen zu Rate gezogen.

Der Rat hat bei seinen Entscheidungen insbesondere die langfristige Entwicklung der Gemeinde Aldenhovens und des Schulstandortes zu berücksichtigt. Gerade diese langfristige Sicherung des Schulstandortes genießt bei den Entscheidungen des Gemeinderates höchste Priorität.“

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