Jülich: Landfrauen bitten auch zur Buurehochzick

Jülich: Landfrauen bitten auch zur Buurehochzick

Mit einer gelungenen und viel beklatschten Sitzung warteten die Landfrauen Düren-Jülich in der vollbesetzten Jülicher Stadthalle auf. Warum sie in Frack und Zylinder auf die Bühne marschierten, gab die moderierende Vorsitzende Margret Frings sogleich bekannt: Wegen der „großen Verdienste um das Karnevalsbrauchtum” sind sie unlängst in den Bund Deutscher Karneval aufgenommen worden.

Das Programm gestaltete sich als prima Mix aus Karnevalsliedern, Büttenreden, Sketchen und Tanzeinlagen. Passenderweise startete Ulla Burbach als „statze Frau vom Land” den lustigen Rednerreigen. Nach 25-jähriger Ehe mit Mattes wusste sie, wie später auch Elfira Rekmann als „Et Buure Bärb” den einen oder anderen Kalauer zu erzählen.

Ein Naturtalent in der Bütt

„Et Hähle Kälvje” alias Joschi Kugel, mehrfacher Sieger von Nachwuchswettbewerben, hielt seine erste Büttenrede vor großem Publikum und erwies sich sogleich als Naturtalent: Der Jugendliche im Kuhkostüm schilderte in derbem Platt die Vorkommnisse auf der Silberhochzeit seiner Eltern, seinen Pap in der Midlifecrisis oder seine Mutter „im Kleid der Liebe”. Zwischendurch hielt er Zwiesprache mit Leuten aus dem Publikum und erntete Lachsalven, begeisterten Zwischenapplaus und Zugaberufe, denen er selbstverständlich nachkam.

Themen der von Landfrauen gespielten Sketche waren „Chirurgie oder Pathologie” oder „Standesamt”. In letzterem vermählte der Amtsrat den diensthabenden Standesbeamten mit List und Tücke mit dessen Traumfrau, die eigentlich mit einem anderen Herren das Aufgebot bestellt hatte. Das „Komiteespiel” mit insgesamt 19 Mitgliedern des Landfrauenkomitees resümierte in vielen kleinen Bühnenszenen „40 Jahre Bläck Föös”: So aßen und tranken Arbeiter und Polizisten „an d´r Kaffeebud”, zu „Rut un wiess” wurde mit Fahne und Fußball geschunkelt, zur „Buurehochzick” mit einem Brautpaar wild getanzt.

Mitten im wunderbaren Chaos bat Frings die vielen Ehrengäste aus Aachen, Düren und dem Jülicher Land zur Ordenverleihung auf die Bühne. Ein gemeinsam gesungenes „Leedche” durfte hier nicht fehlen: „DÔr Dom zu Kölle”. Der ganze Saal schunkelte mit.

Neben der Kleinen Garde Güsten, die im bunten Insektenkostüm schwungvoll die hübschen Tanzbeine schwang, zeigte Tanzmariechen Naomi Buder von der KG Turmschwalben Aldenhoven einen temporeichen russischen Tanz mit zahlreichen Akrobatikeinlagen, der viel Applaus verdiente.

Eher witzig und mindestens so viel beklatscht war der Gebärdentanz der „Titzer Vögel” zum „Schwalbenlied”. Da war eine Wiederholung fällig, in der die jecken Frauen in der Stadthalle begeistert die Bewegungen nachahmten. „Höhner”-Gesang und Lieder wie das „Wunderbar” von Wittstock markierten das stimmungsgeladene Finale.

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