Jülich: Kunsthandwerkerinnenmarkt feiert Silberjubiläum

Jülich : Kunsthandwerkerinnenmarkt feiert Silberjubiläum

Wenn der 25. Kunsthandwerkerinnenmarkt in Jülich am Samstag und Sonntag, 16. und 17. Juni, von 11 bis 18 Uhr wieder rund 30.000 Besucher aus der ganzen Region und darüber hinaus auf den Schlossplatz lockt, wird auch Marlene Wittfeld dabei sein, die mit ihrem Stand stets ein Besuchermagnet ist.

„Sei einzig, nicht artig!“ ist einer ihrer Leitsprüche, die sie auf ihren Bildern von fast ausschließlich starken Frauen immer wieder malt. Von solchen inspiriert, gibt sie so zurück, was in jedem Jahr, nach jedem Markt viele neue Wände ziert: Hoffnung, Optimismus, Selbstbewusstsein, Kraft.

Die erforderliche Kreativität bezieht Marlene Wittfeld aus sich selbst und ihrem Umfeld. Als Jülicher Urgestein, das sie als Nichte des Altbürgermeisters Karl Knipprath ist, war die gelernte Fremdsprachenkorrespondentin und Ehefrau eines Flugingenieurs nur wenige Jahre in ihrem Beruf tätig. Mit dem ersten Kind entstand aus der Notwendigkeit der Kinderbetreuung und der Vereinbarkeit mit den unregelmäßigen Dienstzeiten des Vaters die Beschäftigung im Haus.

Sie ließ sich inspirieren von Freundinnen, die töpferten und somit zu Mentorinnen wurden, und konnte so erste gestalterische Arbeiten mit ihren Kindern umsetzen. Das Spiel mit den Farben begeisterte sie und sie merkte: „Ach, ich weiß auch, wie Farben zusammenpassen.“

Ab dann entstanden bunte Bilder — erst abstrakt, dann figürlich. Abgebildet jene rundlichen Frauen, die — mit kessen Sprüchen kombiniert — schnell für Freude sorgten, auch auf ersten Ausstellungen.

Ihre Motive sind in Acryl-Spachtel-Technik gemalt oder gedruckt. Im Passepartout und als bunte Klappkarte die „Renner“. Auch auf dem Jülicher Kunsthandwerkerinnenmarkt, bei dem sie bis auf wenige Unterbrechungen fast von Anfang an dabei ist.

„Ich bin über das Jahr auf vielen Märkten in ganz Deutschland dabei. Der Jülicher Markt ist wirklich der schönste. Wo immer mich Mitausstellerinnen auf meine Herkunft ansprechen, ist die Veranstaltung bekannt und beliebt. Der Kunsthandwerkerinnenmarkt ist wie Zitadelle und Forschungszentrum ein Markenzeichen, das weit bekannt ist und ich bin stolz, ein Teil davon zu sein“, so Marlene Wittfeld.

Nachdem die Kinder erwachsen waren, ist sie mit ihrem Mann auf einen Bauernhof bei Jülich gezogen. Hier findet sie Zeit und Raum für ihre kreative Tätigkeit. In einem großen Atelier sind nicht nur die vielen Werke ausgestellt, sondern dort steht auch ein langer mit Farbklecksen übersäter Tisch, an dem sie arbeitet.

Hochkonzentriert entstehen neue Werke — „und das jedes Jahr, denn auf dem Markt fragen Stammkundinnen immer nach den neuen Bildern — und die kann ich ja nicht enttäuschen“. Die „rheinische Frohnatur“, wie sie sich selbst bezeichnet, ist nicht nur Mutter, sondern auch Großmutter und freut sich auf Besuche des in den USA lebenden Sohnes Marcel, der mit seiner Frau und deren Kinder in L.A. nicht nur ein Musikstudio, sondern auch Indoor-Spielplätze für Kinder betreibt. Marlene Wittfeld hat die Wände der Prototyp-Einrichtung innerhalb eines dreiwöchigen Aufenthaltes gestaltet — „immer nachts, denn tagsüber war da ja Betrieb“. Sie ist stolz darauf, dass zahlreiche berühmte Hollywood-Stars auf ihre Werke blicken können und sich daran erfreuen.

Doch derzeit zählt nur der Blick nach vorn: Der 25. Kunsthandwerkerinnenmarkt ist in greifbare Nähe gerückt. Mit Hochdruck arbeitet sie an den neuen Motiven und wird ihre Kreativität zur Schau und ihre Werke zum Verkauf stellen.

Das Markt-Jubiläum soll mit Aktionen gebührend gefeiert werden. Bereits jetzt kann man sich unter Telefon 02461-63418 oder stadtmarketing@juelich.de zu einer der beiden historischen Gästeführungen anmelden, die an beiden Veranstaltungstagen von 12 bis etwa 13.30 Uhr die Stadt mit Blick auf die Frauen in der Jülicher Historie vorstellen. Mit einem „Female Day“ am Sonntag werden ab 11 Uhr jeweils zur vollen Stunden verschiedene Künstlerinnen ein Geburtstagständchen bringen. Mehr dazu im Internet: www.juelich.de/kunsthandwerkerinnenmarkt.

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