Jülich: Kulturrucksack ist Bereicherung statt Belastung

Jülich: Kulturrucksack ist Bereicherung statt Belastung

„Kulturelle Bildung kann einen wesentlichen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen leisten. Voraussetzung allerdings ist, dass wir die Tür zu Kunst und Kultur für alle Kinder und Jugendliche so früh und so weit wie möglich öffnen“, sagte Kulturministerin Ute Schäfer.

Anlässlich des Kulturrucksacks NRW 2014 hat die Stadt Jülich in Kooperation mit dem städtischen Jugendheim und dem Roncalli-Haus einen Musik- und Hip-Hop-Workshop auf die Beine gestellt, der besonders Jugendliche bis 14 Jahren ansprechen soll.

„Das Ziel des Projekts ist es, Durchhaltevermögen und Sozialkompetenzen im Team zu vermitteln“, sagte Sascha Römer, Leiter des Jugendtreffs Roncalli-Haus kund und ergänzte: „Das Erfolgserlebnis, ein Ziel erreicht zu haben, sind hier fördernd und für die Jugend auch entscheidend.“

Am Wochenende lief das Projekt an. Während im Roncalli-Haus die Jugendlichen einen eigenen Song texteten und musikalisch umsetzten, wurde im städtischem Jugendheim der Hip-Hop-Workshop mit erfahrenen Teamern und jungen Tänzern angeboten.

Der junge Rapper Bilal Salim ist begeistert: „Ich halte mich oft im Roncalli-Haus auf und wollte bei dem Workshop unbedingt mitmachen. Zu sehen wie ein Lied entsteht, macht total Spaß.“

Mit Teamer Domenick Merres alias Rapper „Mister Morris“ legten die Mädchen und Jungen im Roncalli-Haus zunächst fest, welches Thema und welche Musik der Song enthalten soll. Nachdem „Mister Morris“ die Teilnehmer in die Studioarbeit eingeführt hatte, die den Umgang mit den Musikprogrammen und die Textarbeit enthält, wurde der Inhalt sowie die Reimstruktur der Lyrics erarbeitet. Dazu sagte Sascha Römer: „Auch hier erwerben die Tonkünstler die Fähigkeit, sich im Text explizit auszudrücken. Das ist später im Berufsleben wichtig.“ Am 13. Dezember wird die kleine Truppe, bestehend aus rund zehn Jugendlichen, ihren Song gemeinsam vollenden. Jeder erhalte am Ende als Erinnerung eine CD mit dem eigenen Song, verspricht Römer.

Auch im städtischen Jungendheim lag Musik in der Luft. Zu Mittag trafen sich die frischgebackenen Tänzer mit Mechak Mukababalugi und Robbie Mbyui, die beide selbst begeisterte Bewegungskünstler sind. Hierzu formulierte der 17-jährige Mechak: „Ich tanze selber schon seit Ewigkeiten und mein Wissen an die Kinder zu vermitteln, bereitet mir Freude.“

Zu Anfang lernten die Jugendlichen nach Aufwärmübungen die ersten Hip-Hop Tanzschritte, die später in eine Choreographie umgesetzt wurden. „Das Projekt Kulturrucksack soll Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit geben, Kultur für sich selbst erlebbar zu machen. Genau das machen wir hier“, sagte Sarah Böhnke, Leiterin des Jugendtreffs, zum Workshop.

Kulturrucksack in Jülich ist noch nicht zu Ende. Am 13. Dezember folgt von 12 bis 18 Uhr ein weiterer Hip-Hop Workshop im städtischem Jungendheim. Hierfür können sich Interessenten bei Sarah Böhnke unter Telefon 02461/346936 oder per E-Mail an jugendheim@juelich.eu anmelden. Die Veranstaltung ist kostenfrei.

Für Dienstag, 16. Dezember, ist der Abschlusstag des Kulturrucksacks in der Aula des Jülicher Schulzentrums geplant. Neben der Eröffnung der Ausstellung „Doors wide open“ werden dort die beiden Tänzer Mechak Mukababalugi und Robbie Mbyui ihr Können zeigen. Weitere Ergebnisse des Projektes werden dem Publikum präsentiert, so Sarah Böhnke und Sascha Römer.

(mio)
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