Barmen: „Kultur ohne Grenzen“ veranstaltet viertes Hauskonzert

Barmen : „Kultur ohne Grenzen“ veranstaltet viertes Hauskonzert

Bereits zum vierten Mal veranstaltete der Verein „Kultur ohne Grenzen“ ein Hauskonzert im Erdgeschoss der Familie Janknecht aus Barmen. Erklärtes Ziel des Vereins ist es, Künstler zu unterstützen, die gezwungen sind im Exil zu leben.

Den treuen Zuhörern der vom Verein veranstalteten Konzerte eröffneten sich in der Vergangenheit dadurch bereits ungekannte Klangwelten mit exotischen Musikinstrumenten und virtuosen Musikern. Selbige Tradition sollte sich auch kürzlich fortsetzen bei jenem Konzert, das den Namen „Virtuos auf dem Kanun“ trug.

Hesen Kanjo, der Virtuose selbst, stammt aus der derzeit schwer umkämpften syrischen Stadt Aleppo und lebt derzeit in Düsseldorf. Auch das Stadttheater der Landeshauptstadt begleitet er derzeit musikalisch mit jenem Instrument, das man als eine Art „orientalische Zither“ bezeichnen kann.

Hausherr Rudi Janknecht machte den zahlreichen Gästen gleich zu Anfang des Konzertes ein herzliches Kompliment: „Sich zum zwanzigsten Mal in der Schlosskapelle die Mondscheinsonate anhören — das kann doch jeder! Aber Sie haben heute den Mut bewiesen, etwas Neues auszuprobieren. Und das ist toll!“

Etwas Neues erwartete die Musikfreunde in der Villa Janknecht in der Tat. Kanjo, der sogar einen eigenen Stil entwickelt hat, das Kanun zu spielen, präsentierte einen bunten Mix orientalischer sowie europäischer Lieder, darunter einige irische Werke.

In selbst komponierten Werken der kurdischen Machart drückte Kanjo ein ums andere Mal den Wunsch nach Frieden in seinem Heimatland mitreißend aus.

Das Kanun, das normalerweise mit zwei Fingern gespielt wird, spielt Kanjo im selbst kreierten Kanjo-Style mit zehn Fingern. Dazu baute er seine Instrumente, zu denen er eine ganz besondere Beziehung pflegt, eigenhändig nach seinen Bedürfnissen um. Das Auditorium zeigte sich sowohl begeistert und gab auch bereitwillig Rückmeldung, indem es mit dem Musiker selbst in den Dialog trat — eine schöne Eigenart dieser sehr persönlichen Hauskonzerte.

Am Ende gab es reichlich Applaus, und man verabschiedete sich voller Vorfreude auf die nächste virtuose musikalische Expedition des Vereins „Kultur ohne Grenzen“.

(rb)