Sein Renommee reist mit an die Rur: Küchenchef wechselt vom Aachener „Kohlibri“ zum Jülicher „Schwan“

Sein Renommee reist mit an die Rur : Küchenchef wechselt vom Aachener „Kohlibri“ zum Jülicher „Schwan“

Wenn Bernd Geiger Ende des Monats die Türen zum Aachener Restaurant „Kohlibri“ endgültig schließt, dann ist die Reihe der auf ihn zukommenden Aufgaben klar: Abwicklung, Urlaub, Neuanfang. Der wird schon am 1. Oktober im Jülicher „Schwan“ erfolgen – der erst noch gebaut werden muss.

Das, was so ungewöhnlich klingt, ergibt für Max Lenzenhuber Sinn. Er verfolgt seit zweieinhalb Jahren das Projekt eines neuen Restaurants auf zwei Ebenen am Jülicher Schwanenteich. Die Baugenehmigung hat er in der Tasche, muss der Stadt Jülich aber noch die Finanzierung nachweisen. „Die Betreibergesellschaft ist finanziert, die Immobiliengesellschaft zu zwei Dritteln“, sagt Lenzenhuber.

Sein Ziel: Die Bauarbeiten sollen Ende des Jahres starten , die Fertigstellung zum Jahresende 2020 erfolgen. Dass Lenzenhuber mit dem in der Region renommierten Koch Bernd Geiger jetzt schon einen Betriebsleiter präsentiert, hat zwei Gründe. Lenzenhuber will ein klares Signal aussenden, dass das Projekt auf dem richtigen Weg ist. Und er will vor allem sicherstellen, dass der Betriebsleiter frühzeitig in die Planungen eingebunden ist.

„Ich wollte unbedingt einen erfahrenen Mann mit großem Renommee, weil das ganze Projekt mit dem Betreiber steht und fällt“, erklärt Lenzenhuber. „Hier etwas Neues zu gestalten und zu planen sowie eine neue Philosophie zu entwickeln, reizt mich sehr“, ergänzt auch Geiger, den zudem das Ambiente am Schwanenteich reizt.

Auf zwei Etagen sollen Restaurant und Bistro am Schwanenteich ab Ende 2020 Kunden anlocken. Foto: Grundstücksgesellschaft am Schwanenteich mbH

Auf zwei Etagen sollen sich ein Bistrobereich samt Terrasse und ein Restaurantbereich mit gehobener Küche befinden. „Ich bin fest davon überzeugt, dass der ‚Schwan’ für Jülich eine Bereicherung darstellen wird“, sagt Küchenchef Bernd Geiger, der dafür das entsprechende Team zusammenstellen will.

Das, was in Aachen über zwei Jahrzehnte hervorragend funktioniert hat, will er auch in Jülich umsetzen: mit einem eingespielten und motivierten Team die Gäste kulinarisch zu begeistern. Dabei tut sich Geiger mit Begriffen wie der gehobenen Küche durchaus schwer: „Früher wäre kein Mensch auf die Idee gekommen, Rinderbäckchen mit ‚gehobener Küche’ in Verbindung zu bringen. Wenn ich aber heute das Rinderbäckchen vom Eifelrind mit regionalen Zutaten serviere, brauche ich kein getrüffeltes Rinderfilet mehr“, sagt er. Soll bedeuten: die Küche muss für ihn authentisch und saisonal, im Idealfall auch überwiegend regional sein.

Lenzenhuber, der selbst regelmäßig im „Kohlibri“ zu Gast war, formuliert es so: „Die bisherige Küche von Bernd Geiger war geschmacklich zu 100 Prozent auf den Punkt und schnörkellos. Ich glaube, das passt ganz gut zu Jülich. Man will nicht Nester und Gräser auseinanderzupfen, um das Essen auf seinem Teller zu finden.“ Noch einfacher formuliert Geiger den Anspruch an sich selbst: „Der Gast muss uns beim Lesen (der Speisekarte), beim Essen und beim Bezahlen verstehen.“

Verstehen muss der Jülicher nun noch, wie aus den zweieinhalbjährigen Vorplanungen dann in anderthalb Jahren das erste Weihnachtsmenü oder Silvesterdinner auf den Tisch des „Schwans“ kommt. Geiger soll der Garant dafür sein, dass der Betrieb laufen wird, im Idealfall bringt er die Kunden aus Aachen gleich mit. Ganz nebenbei könnte der Name zudem dafür sorgen, dass die noch vorhandene Investitionslücke schnell gefüllt wird. „Mit an Bord haben wir jetzt auch einen Bauprojektleiter, der den Ehrgeiz hat, innerhalb von 15 Monaten fertig zu sein“, sagt Max Lenzenhuber. Das wäre dann in etwa Ende 2020.

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