Kostümsitzung der KG Rurblümchen

Jeckes Treiben und etwas Wehmut : Von Bernd Stelter über De Höhner bis Lieselotte Lotterlappen sind alle dabei

Auch wenn eine Kostümsitzung im rheinländischen Karneval eigentlich immer eine lustige Veranstaltung ist, mischte sich in diesem Jahr bei der KG Rurblümchen etwas Wehmut unter das jecke Treiben.

Denn in dieser Session endet eine Ära, wenn zum letzten Mal für die KG in der Jülicher Stadthalle allen Anwesenden „Alaaf!“ zugerufen wird. Die KG feiert in Zukunft im Festzelt weiter, und das Programm für die Session 2019/20 steht schon. Doch in Erinnerung an die alte Heimat ziert das Konterfei der alten Stadthalle den aktuellen Sessionsorden der Rurblümchen und wird so immer an die alte Heimat erinnern.

Auf die Jülicher Jecken wartete im ausverkauften Saal auch diesmal ein tolles Programm und es begann pünktlich mit dem Einzug des Elferrates unter Vorsitz von Präsident Frank Kutsch gemeinsam mit der Prinzen Garde Köln. Es wurde direkt richtig voll auf der Bühne und die Gruppe spielte zahlreiche Karnevalsklassiker. Der traditionelle Mariechentanz wurde zu Ehren von Bürgermeister Axel Fuchs aufgeführt. Ein Höhepunkt der Sitzung war der Auftritt des Jülicher Kinderdreigestirns mit Prinz Jan (Schlader) , Jungfrau Lisa (Schlader) und Bauer Jonas (Schlader) und ihren drei Pagen Jule (Sußmann), Calvin (Schoppe) und Talina (Schoppe), die als Band auch selbst ihren Sessionssong spielten.

Viel zu Lachen gab es beim Auftritt von Comedian Volker Weininger, der viel über schlechte Autofahrer, einen Kalender von 2034 oder Klobürsten in der Spülmaschine zu berichten. Richtig deftig wurde es beim Auftritt von Thomas Oellers, der als selbsternannter Heimatredner politische Missstände in seiner Stadt aufs Korn nahm. Besonderen Anklang fand seine Kritik an der Schließung und dem vorgesehenen Abriss der Stadthalle. Akrobatische Tanzleistungen auf höchstem Niveau zeigte das Tanzcorps der Fidelen Sandhasen Oberlar.

Auch das Kölner Urgestein Bernd Stelter durfte nicht fehlen, er lieferte prompt einen heiteren Rückblick auf das Jahr 2018. Keiner kam ungeschoren davon, angefangen bei Donald Trump über Recep Tayip Erdogan bis hin zu Wladimir Putin, und er lieferte eine etwas andere Version des Grönemeyer-Hits „Sekundenglück“, den alle begeistert mitsangen. Für die richtigen kölschen Töne auf der Sitzung sorgte über den Abend die Thomas Arens Combo, und es waren wieder viele hochklassige kölsche Gruppen eingeladen worden.

Die Cöllner hatten ihren Hit „Angelina“ im Gepäck und sangen gemeinsam mit dem Publikum über das, was des Karnevalsjecken Herz begehrt wie den Dom, den Rhein und den Himmel voller Kamelle. Miljö hatten natürlich ihren Hit „Wolkeplatz“ dabei und präsentierten ihren neuen Sessionssong „Schöckelpääd“. Lustig wurde es auch beim Auftritt von Joachim Jung alias Lieselotte Lotterlappen, die gekonnt das Publikum in ihre Gags einspannte und zum Ende bei einem Medley ihre Künste als Trompetenspielerin bewies. Das Finale: ein Auftritt der Höhner. Hierbei hielt es keinen auf seinem Stuhl, und es folgte mit „Jetzt geht’s los“, „Wir sind für die Liebe gemacht“ oder „Echte Fründe“ ein Hit auf den anderen. Nun schlüpfte auch Rurblümchen-Präsident Kutsch in das Kostüm des Herrenballetts und unter dem Motto „Radiosender 100,11“ wurde der Sessionstanz aufgeführt mit Hits der 80er, 90er und aktuellen Songs.

Die Gruppe wurde von allen Anwesenden gefeiert und lieferte mit dem Titel „Bella Ciao“ eine tolle Zugabe. Zum Ende dieser besonderen Sitzung sang der gesamte Saal das Jülicher „Hexenturmlied“, und speziell für die Stadthalle wurde noch „Bye Bye my Love“ angestimmt. Im Anschluss wurde noch lange bei der After Show-Party im Zelt gefeiert.

(bw)