Realisierung bis 2025 denkbar: Kostenreduzierung als Startsignal für Linnich-Baal

Realisierung bis 2025 denkbar : Kostenreduzierung als Startsignal für Linnich-Baal

Eine vernünftige Infrastruktur ist grundlegend für so ziemlich alle Projekte, die mit dem Strukturwandel zusammenhängen. Von daher ist es keine Überraschung, dass in jüngster Zeit gleich mehrere Schienen-Projekte vor allem im Jülicher Land wieder für Schlagzeilen sorgen.

Das älteste unter ihnen, der Lückenschluss der Rurtalbahnstrecke von Linnich nach Baal, scheint auf einem guten Weg. Damit soll der Kreis Düren nicht nur direkt mit dem Kreis Heinsberg verbunden, sondern auch ein Durchstich in Richtung Mönchengladbach erreicht werden. Die aktuelle Planung des gut sechs Kilometer langen Gleisteilstücks verbessere den Kosten-Nutzen-Faktor erheblich, sagte Kai Pachan als Autor einer Machbarkeitsstudie im Ausschuss für Kreis- und Regionalentwicklung – „das sollte Rückenwind geben.“

Die Verbesserung werde erreicht, weil die Planer nun darauf verzichten, mit den Rurtalbahngleisen auf die Hauptstrecke Aachen-Mönchengladbach einzufädeln. Statt dessen sollen die Gleise parallel zur DB-Strecke im „Nebenbahnstandard“ bis Hückelhoven-Baal geführt werden, wo dann ein Umstieg erfolgen muss. Allein das spare zwischen fünf und sieben Millionen Euro Kosten. Weitere Investitionen im Millionenbereich entfallen, weil keine Elektrifizierung notwendig sei. Teurer werden allerdings einige Betonbauten für Bahnübergänge. Unter dem Strich reduzieren sich die Gesamtkosten, die einmal auf 25 Millionen Euro beziffert worden sind, erheblich.

Die Machbarkeitsstudie geht von 1550 Fahrgästen pro Werktag aus, die laut Pachan „zusätzlich zum ÖPNV“ eine solche neue Verbindung nutzen. Kai Pachan fasste im Kreishaus zusammen: „Es gibt eine hohe verkehrliche Wirkung, relativ geringe Kosten – das kann man nur empfehlen.“ Durch Initiativen aus den Kreisen Düren und Heinsberg sei der Lückenschluss auch bei der verantwortlichen Stelle, die Bahnprojekte in unseren Breiten prüft und umsetzt, nun mit einer höheren Priorität versehen: der Nahverkehr Rheinland GmbH. Auf Nachfrage nannte Kai Pachan einen geschätzten Realisierungszeitpunkt bis 2025.

Walter Peters (fraktionslos) hat von Protesten im Hückelhovener Ortsteil Rurich gehört, wo Menschen bei einem Gleis-Lückenschluss zu hohe Lärmbelastungen fürchten. Kai Pachan: „Wir müssen mit Lärmschutz agieren, das ist klar.“ Geld dafür sei in den Planungen berücksichtigt. Walter Weinberger, Leiter des Amtes für Kreisentwicklung und Wirtschaftsförderung, hofft auf Zuschüsse aus Mitteln für Strukturwandel. Das Gleisprojekt habe zu dem Vorschlagspaket gehört, dass der Kohlekommission vorlag.

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