Titz: Kooperation ist ein Schlüsselbegriff

Titz : Kooperation ist ein Schlüsselbegriff

Hat Titz, die kleine Landgemeinde mit knapp 9000 Einwohnern, eine Zukunft? Diese Frage beschäftigt die Ratsvertreter schon seit vielen Jahren. Jetzt, nach Erarbeitung eines Status- und Entwicklungsberichtes, haben sie eine Antwort.

Erstellt hat die Ist-Betrachtung und den Zukunftsbericht der Aachener Wirtschaftsgeograph Prof. Dr. Helmut Breuer. Dass die Landwirtschaft dabei eine ganze große Rolle spielt - angesichts von 69 Quadratkilometern Gemeinde-Flächengröße nicht überraschend -, stellte Breuer deutlich heraus. „Aber der Kontakt zu forschenden beziehungsweise entwickelnden Einrichtungen außerhalb ihres direkten Erzeugungsbereiches ist in erheblichem Maße ausbaufähig”, meint der Experte. Dabei ginge es nicht darum, jedem Bauernhof seine Biogasanlage zu errichten.

Für den Professor geht es darum, mit der Wissenschaft neuartige Kooperationen zu schaffen. Zum Beispiel mit Bodenkundlern, Klimatologen, Energieforschern oder auch Wirtschaftswissenschaftlern. Gedacht wird dabei an Zusammenarbeit mit dem Jülicher Forschungszentrum, der RWTH Aachen, den Fachhochschulen in Köln und Aachen sowie der Universität Bonn.

Auch ist es für Breuer vorstellbar, dass schon in absehbarer Zeit der Schadstoff- und Düngereintrag oder ein Energie-optimierter Unterglasanbau Experten interessieren wird. Dass solche Projekte als EU-weite und deshalb EU-förderbare Fragestellungen zu betrachten sind und von Brüssel bezuschusst werden, mache deutlich, dass sicherlich auch andere Kommunen an solchen Projekten interessiert sein dürften. Vor diesem Hintergrund bemühte Helmut Breuer denn auch einen alten Grundsatz in der Landwirtschaft. „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.”

Dass sich zwischen den großen Städten Aachen, Köln oder Düsseldorf Standortvorteile für ein Dienstleistung-orientiertes Handwerk ergibt, sollten die Titzer ebenfalls beachten: Mit der Errichtung eines Gewerbegebietes an der A44. Nach dem Motto „Die Autobahnen sind nicht nur zum Transit und Pendeln da”, sollten doch Überlegungen angestellt werden, mobile Dienstleister wie Ausstellungs-, Wartungs- oder Reparaturbetriebe in dieses Gewerbegebiet zu holen.

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