Linnich: Konzertante Kirchenführung in der St. Martinus

Linnich: Konzertante Kirchenführung in der St. Martinus

Ein großer Erfolg war die zweite Konzertante Kirchenführung in der St. Martinus-Kirche in Linnich. Zahlreiche interessierte Besucher lauschten den Ausführungen von Kirchenkennerin Else Gotzen, die diese außergewöhnliche, musikalische Führung leitete.

Hatten bei der Premiere der Veranstaltung die Altarbilder der Kindheitsgeschichte Jesu im Mittelpunkt gestanden, so waren es diesmal die Abbildungen der Passion Christi, die in wenigen Worten, dafür aber mit vielen Liedern untermalt wurden.

Verschiedene Bildausschnitte vom Kreuzaltar wurden betrachtet - im Zentrum der Aufmerksamkeit stand jedoch der Hauptaltar, ein Antwerpener Schnitzaltar aus dem 16. Jahrhundert, dessen Gesamtthema die „Passion des Herrn” ist.

Bei der Betrachtung dieses eindrucksvollen Werks erfuhren die Besucher auch, dass das Schreinswerk des Linnicher Hochaltars nach dem Zweiten Weltkrieg unter dem Schutt des Chorgewölbes begraben war. Allein einer Linnicher Bürgerin, die unter Lebensgefahr die erhaltenen Teilstücke sammelte, ist die Wiederherstellung des Altars zu verdanken.

Vom schlafenden Jesse, über den Einzug Jesu in Jerusalem und das letzte Abendmahl, bis hin zur Gefangennahme und Kreuzigung Jesus Christus wurden die verschiedenen Stationen der Leidensgeschichte des Herrn, die auf den Antwerpener Altären abgebildet sind, von einem großartigen und detailliert abgestimmten Liederrepertoire begleitet. Für die wunderbaren Klänge sorgten die Musiker der ehemaligen Gruppe Akzente mit Unterstützung des Chores.

„Bonum est confidere in Domino” hieß das erste Lied, das die Musiker den Anwesenden vortrugen. „Jesus zieht in Jerusalem ein” sangen - ebenso wie zahlreiche andere sakrale Stücke - Musiker und Besucher gemeinsam. Andächtige Stille herrschte im Kirchenraum und jeder Besucher hörte gebannt auf die wunderbaren Stimmen der Sängerinnen, die jeweils zum Inhalt der Ausführungen Else Gotzens ein passendes Lied präsentierten.

Allen bekannt war das Lied „Beim letzten Abendmahle” und „Jesus remember me”, bei denen auch die Besucher mitsangen. Für die Besucher dieser wunderbar gestalteten musikalischen Stunde bot sich die Gelegenheit, die St. Martinus-Kirche und die aufwendig restaurierten Antwerpener Altäre mit ihren eindrucksvollen Schnitzarbeiten und Bilder, mit allen Sinnen zu erschließen.

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