Jülich: Konzert: Mit Weltmusik persönliche Geschichten erzählt

Jülich : Konzert: Mit Weltmusik persönliche Geschichten erzählt

Eine Reise in unbekannte Länder ist immer eine spannende Sache und eröffnet ganz neue Erfahrungen. Interessant ist dies natürlich auch in besonderem Maße, wenn dies auf musikalischer Ebene geschieht. Das wurde den Besuchern des Konzerts von Mah-e Manouche im Kulturbahnhof deutlich, die dort eindrucksvoll unterhalten wurden.

Die Stücke der Aachener Gruppe lässt sich in die Kategorie der Weltmusik einordnen, denn es finden sich tatsächlich sehr viele Einflüsse wieder.

Während Dichterin Sanaz Zaresani den Gesangspart übernimmt und auch einzelne Gedichtstrophen vorträgt, wird sie musikalisch von Sasan Azodi an der Gitarre begleitet, das Saxophon wird von Heribert Leuchter gespielt, die Percussions von Steffen Thormählen und das Kontrabass von Uwe Böttger.

Die Lieder sind teilweise traditionelle Stücke, viele selbstgeschriebene erzählen persönliche Geschichten oder behandeln politische Themen.

Für ihr Engagement wurde die Gruppe mit dem Förderpreis der NRW-Musikkulturen geehrt, und das Jülicher Konzert wurde vom Verein Kultur ohne Grenzen organisiert.

Den Anfang des Abends machte aber die Gruppe Babylon Tamam, die in Aachen gegründet wurde und aus jugendlichen Flüchtlingen besteht, die sich zusammengetan haben, um gemeinsam Musik zu machen.

Die Künstlerinnen Vera und Ana Sous sowie die beiden Mah-e Manouche-Musiker Sasan Azodi und Sanaz Zaresani und der deutsch-belgisch-britische Musiker Joe Spencer hatten die Idee zu dem Projekt.

Ein vollkommener Neuanfang

Die Bandmitglieder kommen aus Mazedonien, dem Kosovo und aus Kurdistan, und jeder bringt seine ganz eigenen Einflüsse in die Musik mit ein. Beim Jülicher Konzert trat die Gruppe gemeinsam mit Gitarrist Azodi auf und bekam für ihren Auftritt viel Applaus. Neben selbstgeschriebenen Stücken gehörten auch Klassiker wie „Aint no Sunshine“ und „Kiling me softly“ mit zum Programm. Auf besondere Aufmerksamkeit stieß der Song „Ich will in einen Himmel schauen“, der sich mit der Flucht aus Kriegsgebieten und einem vollkommenen Neuanfang in einem fremden Land befasst.

Beim Auftritt von Mah-e Manouch wurden auch viele Themen wie die Sehnsucht nach der Heimat, das Gefühl, einer fremden Bürokratie ausgesetzt zu sein oder der Wille nach der individuellen Freiheit des Einzelnen behandelt und in der jeweiligen Sprache vorgetragen. Das Publikum wurde intensiv in die Interaktion mit der Band mit eingespannt.

Jedes Solo wurde mit viel Applaus bedacht. Die Gruppe möchte ihre Zuhörer laut eigener Aussage in eine künstlerische Welt mitnehmen, in der jeder seine eigene Fata Morgana erleben kann. Musikalisch möchte Mah-e Manouche eine Brücke zwischen Ost und West schlagen.

Auch in Jülich sprang der Funke sofort über — das Auditorium war begeistert von einem besonderen Konzert. „Es war ein kleines, aber feines Publikum, und es hat Spaß gemacht, hier zu spielen“ berichtete Azodi zum Ende des Abends zufrieden.

(bw)
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