Königskamp-Cup in Jülich: Hallenfußball mit vielen Toren

Königskamp-Cup : „Ein Finale par excellence“

Hallenfußball, wie er sein soll: Der Königskamp-Cup bot viele Tore und faire Spiele. Erst ab dem Halbfinale wurde taktiert – die entscheidenden Begegnungen wurden allesamt erst im Siebenmeterschießen entschieden.

Zur vierten Auflage des Königskamp-Cups im Hallenfußball traten neben Gastgeber Jülich 10/97 in der Vorrunde weitere acht Kreisligisten und als ranghöchstes Team Bezirksligist Germania Lich Steinstraß in zwei Fünfergruppen an. Erneut dabei waren mit RW Sutthausen befreundete Sportkameraden aus der Kreisliga Osnabrück.

Organisationsleiter Michael Hermanns hatte im Vorfeld nicht nur einen ausgewogenen Turnierplan ausgearbeitet, sondern mit seinem Team mit Elvira und Robert Musiol sowie vielen fleißigen Helfern dafür gesorgt, dass das für den Erfolg eines Hallenturniers maßgebliche Umfeld perfekt passte. In den jeweils zwölf Minuten dauernden Partien wurde teils hochklassiger Hallensport gezeigt, Klassenunterschiede waren kaum festzustellen.

Im Auftaktspiel zwischen Lich-Steinstraß und Siersdorf gab es mit 2:2 das einzige Unentschieden in der Gruppe A. Dass dieses Ergebnis besonders den Siersdorfer helfen würde, stellte sich in der Endabrechnung heraus, da damit der entscheidende eine Punkt Vorsprung vor RW Sutthausen und Frankonia Broich erkämpft worden war. Die Germanen aus Lich-Steinstraß sicherten sich mit drei Siegen unangefochten den Gruppensieg und wurden damit ihrer Favoritenstellung gerecht.

In Gruppe B verteilte Veranstalter Jülich 10/97 keine Gastgeschenke, vier Siege bedeuteten den souveränen Gruppensieg. Nach der Auftaktniederlage gegen die Zehner gab sich Salingia Barmen keine Blöße mehr und belegte mit neun Punkten Platz zwei.

Dass die 20 Gruppenspiele den Zuschauern spektakulären Hallen-Fußball boten, lässt sich unter anderem am Durchschnitt von 3,8 Toren pro Spiel deutlich erkennen. Auch in Gruppe B gab es nur ein Remis, es wurde mit Risikobereitschaft voll auf Sieg gespielt.

Dies änderte sich schlagartig bei den Halbfinalspielen, die jeweils 15 Minuten dauerten. Es wurde deutlich mehr taktiert, längerer Ballbesitz war angesagt, um dann die entscheidende Lücke zum Torerfolg zu finden. Im ersten Duell sah es zunächst so aus, als ob die Salingia aus Barmen die in den ersten fünf Minuten erzielte 2:0 Führung sicher nach Hause spielen würde. Lich-Steinstraß aktivierte jedoch noch einmal alle Kräfte und hatte das nötige Quäntchen Glück, als 78 Sekunden vor Schluss der Ausgleichstreffer fiel. Beim Siebenmeter-Schießen zeigten sich alle Schützen zielsicher, die Entscheidung fiel erst, als der Torwart der Germanen den vom gegnerischen Keeper geschossenen Siebenmeter hielt und selbst danach ins Schwarze traf – Lich-Steinstraß stand im Finale.

Auch das zweite Halbfinale zwischen dem SC Jülich 10/97 und dem SV Siersdorf hatte mit einen gerechten 1:1 nach der regulären Spielzeit keinen Sieger. Beim auf drei Schützen verkürzten Siebenmeterschießen hatten die Zehner das bessere Ende für sich und zogen ins Finale ein.

Der dritte Platz wurde direkt im Siebenmeterschießen ermittelt, das die Barmener mit 3:1 für sich entschieden. Die beiden Schiedsrichter Robert Musiol und Dieter Mangels hatten bis zum Finale keinerlei Probleme, da alle Mannschaften erfreulich fair spielten.

Im Finale gingen die Zehner schnell in Führung und versuchten diese durch geschickte Ballstafetten zu verteidigen. Die Taktik ging nicht auf, Lich-Steinstraß erzielte nach knapp acht Minuten den Ausgleich. Die Partie wurde insgesamt etwas ruppiger, offensichtlich schwanden auf beiden Seiten die Kräfte. Die Uhr zeigte noch zu spielende sechs Minuten und 42 Sekunden, als Jülich erneut in Führung ging. Die Freude währte nicht lange, 58 Sekunden später trafen die Germanen erneut zum Ausgleich. Wieder musste das Siebenmeterschießen entscheiden. Das glückliche Ende hatte Germania Lich-Steinstraß für sich und verhinderte mit dem 5:3 n.E. die Titelverteidigung der Zehner. „Das war ein Finale par excellence“, schwärmte Zehner-Vorstand Michael Lingnau bei der Siegerehrung. Eine treffende Analyse eines Spiels, das spielerische Klasse, Kampfgeist, Hektik und Emotion pur zu bieten hatte. Der fünfte Königskamp-Cup ist laut Lingnau bereits in der Planung.

(jago)
Mehr von Aachener Nachrichten