Jülicher Land: Klimaschutzpreis 2011: Kreative Ideen aus drei Kommunen gesucht

Jülicher Land: Klimaschutzpreis 2011: Kreative Ideen aus drei Kommunen gesucht

Interkommunale Zusammenarbeit wolle man überall dort praktizieren, wo sich geeignete Themen anbieten, sagte Linnichs Bürgermeister Wolfgang Witkopp, bestätigt von seinen Kollegen Heinrich Stommel aus Jülich und Jürgen Frantzen aus Titz. In diesem Fall kam der Anstoß zur Zusammenarbeit von Außen.

Die drei Kommunen beteiligen sich am Klimaschutzpreis 2011, den die RWE Deutschland AG mit einem Preisgeld von insgesamt 4500 Euro ausgestattet hat.

„Den Preis loben wir schon seit einigen Jahren aus”, schilderte RWE-Kommunalbetreuer Frithjof Gerstner. Es sollten Projekte und Aktivitäten im weiten Bereich Natur- und Umweltschutz ausgezeichnet werden. „Dabei ist mit allem zu rechnen”, meinte Gerstner schmunzelnd, denn es gibt kaum Beschränkungen.

Das Spektrum der Projektfelder reicht von der „Verminderung von Umweltbeeinträchtigungen, wie Lärmschutz und CO2-Reduktion, Gewässer-Renaturierung und Erhalt natürlicher Lebensräume und Initiativen zur Abfallbeseitigung” über „Maßnahmen zu spürbaren Umweltverbesserungen, wie die Schaffung umweltorientierter Wohn- und Arbeitsbereiche, die Erhaltung oder Neuanlage von Grün- oder Erholungszonen” und schließlich „Maßnahmen zur Energieeinsparung, wie der Einsatz neuer Technologien in der Wärmeerzeugung, Energieeinspartechnologien in der Beleuchtung, Wärmedämmmaßnahmen in der Gebäudetechnik”.

Ebenso weit ist der Kreis der potenziellen Teilnehmer. „Der Klimaschutzpreis kann an jede natürlich und juristische Person verliehen werden.” Als Beispiele ungewöhnlicher Ideen nannte Gerstner eine Jugendfeuerwehr, die ein später gut angenommenes Insektenhotel baute, und eine Oberstufenschülerin, die sich geradezu wissenschaftlich mit dem Thema Energieeinsparung durch den Einsatz von LED-Lampen in Ampelanlagen auseinandersetzte.

„Ich hoffe, dass viele Ideen zu Ihnen kommen”, gab er den drei Bürgermeistern freie Hand. In den Rathäusern können die Projektvorschläge abgeben werden. In jeder Verwaltung ist eine Kraft abgestellt, bei der die Fäden zusammenlaufen. Eigenständig werden in Jülich, Linnich und Titz die Projekte bewertet und „belohnt”. Auf Wunsch wird RWE die Jury beraten. Jeder Kommune steht es frei, wie sie ihr Preisgeld aufteilt.

„Es geht auch um die die Breitenwirkung. Daher würden wir wohl eine Splittung des Preisgeldes vornehmen”, signalisierte Heinrich Stommel. Er zeigte sich erfreut über das Engagement des Energiekonzerns, da die finanziellen Möglichkeiten der Kommunen immer geringer würden. Der Titzer Bürgermeister Jürgen Frantzen griff eine Parole der 1990er Jahre auf: „Global denken, lokal handeln. Da passt der Preis sehr schön.” Er zeigte sich überzeugt, dass das Angebot von Vereinen, Initiativen und Schulen, in denen dafür explizit Werbung gemacht werden soll, auf fruchtbaren Boden falle.

Auch Linnichs Bürgermeister Wolfgang Witkopp setzt auf die Jugend. „Wir werden einen Schwerpunkt auf Kindergärten und Schulen legen.” Der Preis sei willkommene Gelegenheit, über Fragen des Klimaschutzes nachzudenken, der eine lokale Aufgabe sei.