Jülich: Kleine Künstler in die Jülicher Fußgängerzone geholt

Jülich : Kleine Künstler in die Jülicher Fußgängerzone geholt

Kunstinteressierte Passanten blieben erfreut stehen, als sie am Dienstag rege Aktivitäten in einem leer stehenden Ladenlokal an der Düsseldorfer Straße in Jülich wahrnahmen. Hier werden bis zu den Herbstferien Kunstwerke von elf- bis zwölfjährigen Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Zitadelle zu sehen sein.

Die Idee entstand, als sich der Puppenaugen-bestückte Riesenkaktus von Jonas und Johannes wegen seiner Größe als schwer ausstellbar erwies. „Das wäre eigentlich ein Objekt für eines der vielen verlassenen Geschäftsräume in Jülichs Innenstadt“, sinnierte Kunstlehrerin Roswitha Scheepers bei der Ausstellungseröffnung der von Ren Rong-inspirierten Schülerarbeiten am Ende des letzten Schuljahres.

Ihre Kollegin Mariele Egberts griff den Impuls auf und schaffte es tatsächlich, die Genehmigung zur Nutzung eines entsprechenden Ladenlokals zu erhalten — und nicht nur der Kaktus findet hier Beachtung. Zu weiteren ungewöhnlichen Pflanzen der Klasse 6a gesellen sich gerahmte Scherenschnitt-Aquarelle der ehemaligen Klasse 5e.

Daneben sind unter dem Titel „Hoch hinaus und mit Schwung nach unten“ weiße Murmelbahnen der 6b des vergangenen Schuljahres ausgestellt. Ähnlich wie Ren Rongs Stelen sind diese nicht farbig gefasst, um nicht von der Form abzulenken. Das Schaufenster wird effektvoll flankiert von sogenannten „Ren Rong Rubbings“, Frottagen von Schülern der Klasse 6a, die sich den Stelen im Renaissancegarten auch durch das Abrubbeln interessanter Details genähert haben.

Ausmeister Schön hilft mit

Freundliche Hilfe bei der Aktion erfuhren die beiden inzwischen pensionierten Lehrerinnen vom Hausmeister Thomas Schön und von der benachbarten Galerie an der Zitadelle, die warmes Wasser zum Fensterputzen bereitstellte. Galerist Georg Loven spendete spontan einen leuchtend grünen Belag für die Fensterbänke, auf dem die Objekte sehr schön zur Geltung kommen.

Dass es sich als so schwierig erweisen würde, einen Immobilienbesitzer zur Nutzungsgenehmigung seines Leerstandes zu bewegen, hatte sich Mariele Egberts nicht vorstellen können. „Eigentlich schade, denn ähnliche Aktionen von Vereinen oder Schulen würden doch zur Verhinderung einer verwaisten Innenstadt beitragen“, meint sie. Am 2. November muss die Ausstellung abgeräumt sein, denn dann wird der Gebäudekomplex abgerissen und dem Neubau für das „Kleine Kreishaus“ weichen.

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