KG Ulk feiert Veranstaltung in der Jülicher Stadthalle

Gebührender Abschied : KG Ulk feiert ein letztes Mal in der Stadthalle

Die Jülicher KG Ulk blickt als einer der ältesten Vereine der Herzogstadt auf eine mehr als 100-jährige Geschichte zurück. Ein erheblicher Teil davon hat mit der Jülicher Stadthalle zu tun, die den bald beginnenden Abrissarbeiten zum Opfer fallen wird. Grund genug, einen manchmal wehmütigen Blick zurückzuwerfen und sich aber auch an die vielen schönen Momente zu erinnern.

Aus diesem Grund hat die KG die laufende Session unter das Motto „Ming Stadthall-Rendezvous mit der Abrissbirne“ gestellt und die Kostümsitzung, die sie als letzte Veranstaltung dort feiern wird, verwandelt.

Die Wände waren mit Absperrband verziert, und eine symbolische Abrissbirne war im Saal aufgehängt worden. Außerdem waren viele Gäste als Bauarbeiter, Pleitegeier oder Investoren verkleidet, und sogar Jülichs Bürgermeister trug eine gelbe Weste mit der Aufschrift „Zeltbau Fuchs“ als kleinen Hinweis auf den wahrscheinlichen künftigen Veranstaltungsort im Zelt am Brückenkopfpark.

„Mit unserem neuen Heim werden wir wahrscheinlich demnächst der schwangeren Auster in Sydney Konkurrenz machen“, erklärte Präsident Jörg Bücher augenzwinkernd zur angedachten Muschelzeltlösung. Zu seinem Bedauern schaffe es die KG nicht mehr, die 50. Sitzung in der Stadthalle zu feiern. Bei der 49. in diesem Jahr sei Schluss.

Neben den Ulk-Sitzungen fanden unter anderem auch Ballett-Trainingsstunden und Kostümpartys dort statt. Zum Auftakt der letzten Sitzung hieß es dann, sich nicht von der Abrissbirne den Spaß verderben zu lassen, sondern die Stadthalle gebührend zu verabschieden. Das Programm war für einen solchen Anlass standesgemäß mit zahlreichen Größen des Karnevals gestaltet worden. Das Publikum hatte in der ausverkauften Halle gute Laune, die neben dem Präsidenten auch die auftretenden Künstler faszinierte.

Zusammen mit dem Elferrat zog als erster Punkt eines unterhaltsamen Programms das Jülicher Kinderdreigestirn bestehend aus Prinz Jan I. (Schlader), Jungfrau Lisa I. (Schlader), Bauer Jonas I. (Schlader) und ihren Pagen Jule (Sußmann), Calvin (Schoppe) und Talina (Schoppe) ein, wünschte allen Jecken eine tolle Zeit und performte ihren Sessionshit „Karneval“, wobei die drei selber E-Gitarre, Bass und Schlagzeug spielten. Hierbei wurde das Publikum beim Refrain sofort eingespannt. Auch bei der Gruppe De Räuber konnten alle sofort zu Hits wie „Wenn et Trömmelche jeht“, der neuen Single „Home is where de Dom is“, „Dat es Heimat“ oder „Für die Iwigkeit“ mitsingen.

Im Anschluss wurde noch die lautstark verlangte Zugabe in Form von „Wunderbar“ und einer vom Publikum gesungenen Version von „Home is where the Dom is“ gespielt. Volker Weininger alias „Der Sitzungspräsident“ zeigte eindrucksvoll, was passiert, wenn der 95-jährige Hubert zum Geburtstag ordentlich Alkohol auftischt, was in Wollis Wodka-Wigwam so ausgeschenkt wird, oder warum der Herbert aus seiner KG nicht die hellste Birne im Leuchter ist. Bei der Zugabe wurde gezeigt, wie man als Elferrat auf Reisen Hotelbesitzer auf Mallorca in den Wahnsinn treibt, indem man beispielsweise am frühen Vormittag schon den Zapfhahn zum Glühen bringt.

Viel Akrobatik brachte die Kölner Tanzgruppe „de Höppemötzcher“ auf die Bühne und wurde hierfür gefeiert. Sänger und Entertainer Linus holte sich bei seinem Auftritt den gesamten Elferrat nach vorne und feierte mit ihnen zu kölschen Tönen die laut seiner Aussage fröhlichste Abrissparty, die er je gesehen habe. Im Anschluss bot er den Jülicher Jecken an, demnächst bei ihm im Wohnzimmer gemeinsam zu feiern.

Hastenraths Will hatte bei seinem Auftritt zahlreiche Tipps zum Führen einer glücklichen Ehe. Was beim Beziehungskiller Tageslicht anfing, über die Tatsache, dass Liebe blind mache, bis zu der Feststellung, dass der Besuch einer Karnevalssitzung eine tolle Gelegenheit sei, dem häuslichen Elend mal kurzzeitig zu entkommen. Er brachte mit seiner nicht ganz ernst gemeinten Lehrstunde den ganzen Saal zum Lachen. Ein absolutes Comedy-Highlight war der Auftritt von Jürgen Beckers alias „Ne Hausmann“, der gekonnt Kuriositäten des Alltags aufs Korn nahm und für gute Laune sorgte.

Musikalisch überzeugten die Original Eschweiler Fanfaren mit einem Posaunen- und Trompetenkonzert, und ein absolutes karnevalistisches Highlight war natürlich der Auftritt von Kasalla. Die Kölner Band hatte ihre zahlreichen Hits wie „Pirate“, „Us der Stadt met K“, „Alle Jläser huh!“ oder „Mer sin eins“ dabei und brachte inklusive Zugabe den Saal zum Kochen.

Besonders emotional wurde dann erwartungsgemäß das Finale, bei dem der aus drei Senatorengenerationen bestehende KG Ulk-eigene Chor zusammen mit dem kleinen Rat die von Dieter-Thomas Heck moderierte Kult-Sendung der 1970er Jahre, ZDF-Hitparade, nachspielte. Hierbei spielte Ferdi Wagemann absolut überzeugend die Rolle des verstorbenen Entertainers. Und ganz im Sinn der Abrissparty wurde „Niemand geht so ganz“ gesungen, und aus Andreas Gabaliers „Hulapalu“ wurde kurzerhand „Reiß die Hütte ab!“.

Aus mehreren Konfettikanonen wurde die Bühne in ein buntes Farbenmeer verwandelt und die Stadthalle mit diesem Auftritt würdevoll verabschiedet. Präsident Bücher zeigte sich nach der Sitzung absolut zufrieden mit dem Ergebnis, dass man aus der Stadthalle vor dem Abriss noch einmal einen Ort der Freude machen konnte.

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