Inden: Kein Grundstück für Indener Flüchtlingsunterkunft

Inden: Kein Grundstück für Indener Flüchtlingsunterkunft

Seit über zweieinhalb Jahren gibt es Pläne in der Gemeinde Inden, mit einem Neubau Platz für Flüchtlinge zu schaffen. Genau so lange haben sich Politik und Verwaltung bisher nicht auf ein Grundstück für einen Neubau geeinigt.

Daran hat auch die jüngste Sitzung des Sozialausschusses nichts geändert, obwohl genau das Thema auf der Tagesordnung stand. „Vor allem die Große Koalition blockiert das Thema seit über zwei Jahren“, sagte Bürgermeister Jörn Lange­feld und machte Vorwürfe in Richtung von CDU und SPD. Die Diskussion über eine Empfehlung für ein Baugrundstück wurde in den nichtöffentlichen Teil der Sitzung verlegt und endete schließlich ohne Empfehlung.

„Wir halten es für nicht machbar, über eine Baumaßnahme zu beraten, ohne dass der Haushaltsplan für das laufende Jahr aufgestellt ist“, sagte SPD-Mann Josef-Johann Schmitz. „Schließlich müssen wir wissen, wo das Geld herkommen soll.“

Apropos Haushaltsplan. Der dürfte zumindest nicht kurzfristig aufgestellt werden. Wie in den Vorjahren monierte Schwarz-Rot das Fehlen von Unterlagen, in diesem Fall beispielsweise eine Liste der Vereinszuschüsse. „Wir müssen zuerst alle Fakten auf dem Tisch haben“, sagte Schmitz nicht zum ersten Mal und bezog sich sowohl auf den Haushaltsplan als auch auf die Entscheidung, noch kein Baugrundstück festzulegen.

Inden muss derzeit 170 Flüchtlinge unterbringen, wie die Verwaltung auf der Sitzung mitteilte. „Die Zahlen haben sich seit September nicht verändert. Der angedrohte Anstieg ist bisher ausgeblieben“, sagte Schmitz.

Mögliche Neuzuweisungen sind laut Langefeld nicht der einzige Grund, der einen Neubau immer noch dringend notwendig mache. „Seit zwei Jahren lebt ein Teil der Flüchtlinge in diesen Containern an der Merödgener Straße“, spielte Langefeld auf die oft kritisierte Unterbringung an. Wenigstens 130.000 Euro pro Jahr kostet der Containerbau die Gemeinde an Miete und Betriebskosten. Der Asylkreis hat die Unterbringung mehrfach wegen der Bedingungen und der Lage außerhalb des Ortes kritisiert. „Und dann wird im Ausschuss gefordert, zu prüfen, was der Kauf der Container kostet“, schilderte Langefeld. Mit dem Kauf soll die Unterbringung offenbar längerfristig aufrecht erhalten werden. „Weder das Soziale noch das Christliche scheint bei diesen Parteien in Inden eine Rolle zu spielen“, spielte Langefeld auf die Parteinamen SPD und CDU an.

Die Antwort hat Langefeld vorliegen: 420.000 Euro soll der Container-Kauf kosten. Vor zwei Jahren hatte es Pläne gegeben für einen Neubau am Kalkweg in Schophoven, der zwischen 24 und 40 Menschen Platz geboten hätte. Aufgrund fehlender Ratsbeschlüsse wurde der Bau auf dem Grundstück, das sich mittlerweile im Besitz der Gemeinde befindet, nicht begonnen. Hier gibt es eine Gemeinsamkeit: Prinzipiell sei die Nachhaltigkeit eines Neubaus ein Vorteil, da die Gemeinde das Gebäude später weiter nutzen könnte. „Das ist eine kluge Idee“, sagte Schmitz. Allerdings gibt es bisher keinen Beschluss, wo gebaut werden könnte. „Sollte es jetzt eine größeren Zahl an Neuzuweisungen geben, dann kommt es hier zu Verwerfungen“, deutete Langefeld an, dass nicht vorhandener Platz dann mit möglicherweise drastischen Maßnahmen geschaffen werden müsse. In der Vergangenheit hatte Langefeld jedenfalls davon gesprochen, notfalls Turn- oder Bürgerhallen zu schließen.

Mehr von Aachener Nachrichten