Jülich: Kaum Großleinwände: Fußball-Fans gucken in die Röhre

Jülich: Kaum Großleinwände: Fußball-Fans gucken in die Röhre

Der Countdown läuft: Nächsten Sonntag startet die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen. Deutschland ist der Titelverteidiger und im eigenen Land der Favorit.

Doch während es vor den Weltmeisterschaften der Herren 2006 und 2010 von deutschen Fähnchen an den Autos nur so wimmelte, gibt es davon bisher kaum eine Spur. Von WM-Fieber ist nichts zu spüren, auch in der Herzogstadt nicht.

Weit weniger Fanartikel und Accessoires wie etwa schwarz-rot-goldene Ketten, Brillen und Autofahnen liegen in den Auslagen der Läden. Eine große Rolle bei der WM-Euphorie spielte das Rudelgucken. Public-Viewing-Angebote, wie das im Neu-Deutschen so schön heißt, gab es in Jülich vielerorts: große Leinwände auf dem Marktplatz und Bildschirme in verschiedenen anderen Lokalitäten. Doch gibt es das auch zur Frauen-WM? Wir haben uns umgehört.ö

Benjamin Lövenich vom Café „Liebevoll” sagt, dass es keine große Leinwand auf dem Marktplatz geben wird. Zwar werden Fernseher auf der Terrasse vorhanden sein, auf denen können sich Fans die Partien ansehen, aber es werden weniger Umstände gemacht als 2006 bei der „Herren-WM”. „Der Aufwand ist zu groß, es sind zu viele Genehmigungen nötig für den Aufbau einer großen Leinwand”, sagt Lövenich. Und spezielle Aktionen sind bisher nicht in Planung - unabhängig davon, wie weit die deutschen Fußballerinnen kommen werden.

Mit einem klaren „Jein” antwortet Cornelius Cremer, Geschäftsführer des Kulturbahnhofs Jülich, auf die Frage nach den geplanten besonderen Aktivitäten rund um die Frauen-Fußball-WM. Public Viewing wird es zwar geben, jedoch erst ab dem Viertelfinale. Bei den Vorrundenspielen gucken die Fans können nicht gezeigt werden, weil das Kuba entweder geschlossen hat oder bereits andere Veranstaltungen stattfinden.

Die Viertelfinal-Spiele werden zu den Öffnungszeiten der Kneipe (Mittwoch bis Samstag) auf dem dortigen Bildschirm übertragen. Ein spezielles Rahmenprogramm wird es jedoch nicht geben. Wenn es Deutschlands Frauenmannschaft ins Halbfinale und sogar ins Finale schaffen sollte, können die Spiele auf der 18 Quadratmeter großen Kinoleinwand verfolgt werden. Und möglicherweise gibt es dann auch ein Rahmenprogramm.

Im „Careba” und in „Lynch´s Irish Pub” in Jülich sollen alle Spiele übertragen werden. Beim „McMüllers Irish-American Pub” in Linnich-Kofferen können die Fußball-Fans auf jeden Fall alle Partien der deutschen Mannschaft auf einem Großbildschirm verfolgen. Die Übertragung von Spielen ohne deutschen Beteiligung und die Projektion auf eine Leinwand sind bisher nicht geplant, da dass Interesse daran bei der WM 2010 eher mäßig war. Bei entsprechend starker Nachfrage der Pub-Besucher kann aber auch eine Leinwand aufgebaut werden.

Es gibt also durchaus Möglichkeiten für Public Viewing, auch wenn das Angebot an Rahmenprogramm für die bevorstehende Frauen-Fußball-WM im Vergleich zu den Weltmeisteschaften 2006 und 2010 geschrumpft ist. Gefeiert wird wahrscheinlich trotzdem - und wenn es zuhause auf dem Sofa ist.