Katalog als krönender Abschluss des Jülicher Museums-Jubiläums

Historische Schätze der Stadt Jülich : Katalog als krönender Abschluss des Museums-Jubiläums

„Einhundertmal“: Ein einzigartiger Katalog zeigt Schätze aus der langen Jülicher Vergangenheit. Er ist als krönender Abschluss des Jubiläumsjahres zum 25-Jährigen des Museums Zitadelle erschienen und wurde vor großem Publikum in der Schlosskapelle vorgestellt.

Auch das schönste und erfolgreichste Jubiläumsjahr geht einmal zu Ende. Umso schöner, wenn außer den ideellen Eindrücken, die von verschiedenen Veranstaltungen, Ausstellungen und Events in Erinnerung bleiben, ein greifbares Erzeugnis erhalten bleibt. Mit dem Auswahlkatalog „einhundertmal. Erinnerungsschätze aus der Sammlung des Museums Jülich“ wurde die 25-jährige Geschichte der Jülicher Kulturstätte gebührend gewürdigt.

Bei der offiziellen Vorstellung des letzten Programmpunktes im Jubiläumsjahr richtete Beigeordneter Martin Schulz die besten Glückwünsche des Bürgermeisters Axel Fuchs zur Veröffentlichung des Buches an das Museumsteam aus. Er begrüßte alle in der Schlosskapelle Zitadelle Jülich versammelten Gäste und verriet einige Fakten zum Thema des Abends. „Es ist ein spannendes Buch, das weit zurück in die Geschichte greift und bereits eine eigene Geschichte hat.“ Die Arbeit an diesem umfassenden Werk begann bereits vor mehr als 15 Jahren, „und mit der Veröffentlichung wurde eigentlich“, wie Schulz scherzhaft erklärte, „nur auf den Moment des 25. Jubiläums gewartet“.

Über die Grundpfeiler und Idee des Buches referierte anschließend Museumsdirektor Marcell Perse. Er beschrieb es als einen Band mit Erzählungen über 100 Museumsobjekte zum 100-jährigen Jubiläum und von 100 Autoren verfasst. Die Geschichte des heutigen Museums in Jülich blickt nämlich auf eine lange Tradition zurück und begann schon 1902, als der damalige 2. Beigeordneter der Stadt, Peter Linnartz, die „Städtische Sammlung für Heimatkunde“ im Hexenturm ins Leben gerufen hat. Neben vielen bedeutenden Qualitäten kann der Katalog mit einem besonderen Vorteil auftrumpfen. „Es ist ein Buch, das als solches wesentlich leichter zu bedienen ist als all die rhetorischen, doch oft auch verräterischen modernen Medien. Sie müssen hierfür keine Informatikkenner sein. Stromsparend greifen sie auf alte Kulturtechnik zurück, öffnen den Buchdeckel und los geht das Vergnügen“.

Perse bedankte sich bei allen Kollegen, die an der Entstehung des Kataloges mitgewirkt haben. In Anlehnung an die vier Bastionen der Zitadelle stellte er in diesem Zusammenhang vier menschliche Aspekte vor: „Die Vorgänger“, „die Wegbereiter“, „die Unterstützer“ und „die Mittäter“. Er erwähnte zuerst Dr. Wilhelm Scharenberg, Mitarbeiter des Forschungszentrums und ehrenamtlicher Leiter des Römisch-Germanischen Museums, das er im Jahre 1967 mit einer neuen Ausstellung präsentierte. Sein Dank galt zudem all diesen Vorgängern, die als Bürger Jülichs und als Neubürger, die über das Forschungszentrum in die Herzogstadt gekommen sind, den Weg des Museums ebneten. „Sie haben sich zusammengetan, um in die Geschichte der Stadt einzusteigen, und über dieses gemeinsame Interesse erschufen sie sich eine Heimat“, sagte Perse.

Dieser Trend bilde sich bis heute im Museumsteam ab.„Es gibt unter uns Muttkrate wie Guido von Büren oder Bernhard Dautzenberg, aber es gibt auch die Zugereisten wie mich.“ Es sei eine Mischung, die Jülich durch alle Jahrtausende gutgetan habe. Eine Mischung aus Menschen, die sich seit Generationen in Jülich „auskennen“, und Leuten „von außen“, die neue Ideen einbringen. Das wichtigste sei das gegenseitige Verständnis füreinander“. Als einen für die Museums-Sache außerordentlich verdienten Wegbereiter nannte er sichtlich berührt den früheren Dezernenten Joachim Krause, der für den damaligen Praktikanten Perse zu einer Vaterfigur wurde. Er dankte auch allen Damen und Herren, die damals unter dem Spitznamen „Kulturfraktion“ in den städtischen Gremien das Museum unterstützten. „Professionell im Museum zu arbeiten, ist wichtig“, erläuterte Perse, „doch man braucht viele engagierte Menschen, die als Unterstützer mitmachen“. Das Ehrenamt sei daher von enormer Wichtigkeit, hieß es vom Museumsleiter und wurde mit den Verdiensten von Heinz Forster, der dem Museum aussagekräftige Funde dauerhaft überließ, veranschaulicht.

Als einige der ältesten und wichtigsten „Mittäter“ nannte er Andreas Kupka, aber auch Guido von Büren, Christoph Fischer und Susanne Richter. Sie alle brachten verschiedene Fähigkeiten und Reibungspunkte mit. Mit dieser Unterschiedlichkeit ergeben sich stets verschiedene Perspektiven und Möglichkeiten. „Durch diese Tatsache versuche ich mich immer wieder aufzurichten“, gestand Marcell Perse, „und ich glaube wir haben inzwischen einen ziemlich guten Umgang mit der Verschiedenartigkeit in Jülich gewonnen“. Sein Dank richtete sich ferner an den Förderverein Museum Jülich e. V., der finanziell die Herausgabe mit ermöglichte, und an alle anderen Förderer, die im Jubiläumsjahr die Ausstellungen, Präsentationen, Einkäufe und die krönende Publikation unterstützten. „Ich erzähle Ihnen nichts über den Inhalt des Buches“, hieß es am Ende seiner Rede. „15 Millionen Jahre alte fossile Hickorynüsse und 15 Jahre Arbeit die geglückt sind – sie können selbst beurteilen, wie das in Relation steht“.

Beim anschließenden Empfang verriet er jedoch ein wenig von der Gestaltung des Buches. Der Begriff „Verschiedenartigkeit“ steht auch hier im Mittelpunkt. Alte und neue Funde, kleine und große Objekte aus verschiedenen Epochen und unterschiedlichen organischen oder unorganischen Materialien werden mit hochqualitativen Fotos abgebildet. Die mannigfachsten Wege, auf denen solch skurrile Exemplare wie „Schnapsbibel“, „Jülicher Bierkrug“ oder „Architekten Besteck“ ins Museum fanden, werden minutiös erläutert. 100 der 8000 aktuell elektronisch erfassten Exponate warten im Buch „einhundertmal“ auf die Entdeckung ihrer eigenen spannenden Geschichte noch bevor dieses hervorragend erfolgreiche Jubiläumsjahr sich dem Ende neigt. Der Katalog, „einhundertmal. Erinnerungsschätze aus der Sammlung des Museums Jülich“ ist ab sofort an der Museumskasse und im Buchhandel für 19,90 Euro zu erwerben.

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